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Deutscher Handelsverband befürchtet Verödung der Innenstädte © YouTube/Bonal/Genth

Stefan Genth, HDE

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Stefan Genth, HDE

Redaktion 14.01.2020

Deutscher Handelsverband befürchtet Verödung der Innenstädte

Appell an Innenminister Seehofer - Handel sieht sich als Heimatpfleger.

BERLIN. Angesichts von Ladenschließungen und schwindenden Kundenzahlen suchen die deutschen Einzelhändler Hilfe bei der Politik. In einem Schreiben an Innenminister Horst Seehofer fordert der Branchenverband HDE Maßnahmen gegen eine Verödung der Innenstädte.

"Die Probleme der Händler bringen ganze Innenstädte ins Wanken", schreibt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in dem am Freitag veröffentlichten Brief. "Wo der Handel stirbt, sterben Stadtzentren und Dorfgemeinschaften." Allein in den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Standorte um rund 29.000 verringert, heißt es unter Bezug auf das Handelsforschungsinstitut IFH Köln.

Der HDE fordert deshalb ein Elf-Punkte-Programm. Dabei geht es etwa um den Ausbau der digitalen Infrastruktur, damit die Händler die Digitalisierung für sich nutzen und die Kunden mit innovativen Serviceleistungen von sich überzeugen könnten. Außerdem müssten Stadtzentren besser erreicht werden - etwa durch nächtliche Warenanlieferung. Um mehr Kunden mit Events in die Städte zu locken, soll zudem die Genehmigungspraxis für die gelegentliche Sonntagsöffnung reformiert und verlässlicher werden. "Die Politik muss jetzt die Weichen richtig stellen, um den Handel in der gesamten Fläche als Innenstadt- und Heimatpfleger zu erhalten", betonte Genth. (red)

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