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Erfolgreicher Start für Mode-, Elektro- & Möbelhändler in Ballungsgebieten © medianet/Katharina Schiffl

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

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Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Redaktion 10.02.2021

Erfolgreicher Start für Mode-, Elektro- & Möbelhändler in Ballungsgebieten

Vielerorts zufrieden zeigt sich der österreichische Handel mit den Umsätzen und Frequenzen am heutigen ersten Einkaufstag nach dem Ende des dritten harten Lockdowns.

WIEN. Die Stimmung der Händler ist nach der Wiedereröffnung der Geschäfte positiv, die Konsumenten wiederum freuen sich über großzügige Rabattaktionen. Immerhin 17% der heimischen Verbraucher gaben bei einer aktuellen Umfrage von heute.at an, das Shoppen nach dem Lockdown kaum erwarten zu können, weitere zehn Prozent wollen sich zeitnah neue Kleidung besorgen.

"Mit der heutigen Wiedereröffnung der Geschäfte wurde auch der Bevölkerung wieder ein Stück Freiheit zurückgegeben. Damit können wir zumindest einen Teil des Lebens wieder vom privaten in den öffentlichen Bereich verlagern. Ein großes Dankeschön gebührt heute allen Konsumentinnen und Konsumenten. Sie haben sich trotz vereinzelter Schlangenbildung vor den Geschäften sehr diszipliniert verhalten und alle Hygiene-Vorgaben eingehalten", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

"Doppelte" Umsätze im Mode- & Elektrohandel
Der Bekleidungs-, Schuh- und Elektrohandel verzeichnete heute im Schnitt doppelt so hohe Umsätze wie an einem "normalen" Einkaufsmontag. Aber auch im Möbel-, Buch- und Spielwarenhandel waren die Umsätze überdurchschnittlich, insbesondere in Wien und in den Ballungszentren sowie generell in den Einkaufszentren.

Einige Händler hatten ihre Geschäfte sogar schon 15 bis 30 Minuten vor dem normalen Öffnungszeitpunkt geöffnet, um die Kundenströme zu entzerren. Warteschlangen bildeten sich vor allem vor größeren Ketten von Mode- und Sportartikelhändlern.

B2B-Großhandel wartet weiterhin auf Richtlinie zum Umsatzersatz
Ein Wermutstropfen bleiben die weiterhin unterdurchschnittlichen Umsatzzahlen und Frequenzen in den Wintertourismusregionen des Landes, insbesondere in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten. In allen Gegenden fehlt überdies die weiterhin gesperrte Gastronomie und Hotellerie als Frequenzbringer. Das betrifft auch den B2B-Großhandel, dessen wichtigste Kundschaft weiterhin vom Lockdown umfasst oder durch behördliche Schließung betroffen ist.

Zudem warten die vom Lockdown indirekt betroffenen Betriebe immer noch auf die Veröffentlichung der Richtlinie zum Umsatzersatz – obwohl diese bereits im Dezember 2020 angekündigt worden war. Eine Antragstellung wurde ursprünglich mit Ende Jänner 2021 in Aussicht gestellt. Der Handelsverband fordert daher eine rasche Antragsmöglichkeit mit Soforthilfe-Elementen für alle indirekt betroffenen Betriebe in Österreich.

Lockdown light wirkt auf alle Bundesländer; Wiener Handel verliert 53 Millionen Euro pro Woche
Wenngleich die Bundesregierung das Motto "Leben und Wirtschaften mit dem Virus" des Handelsverbandes aufgegriffen hat, um die milliardenschweren Kollateralschäden im Bereich der Arbeitsplätze einzudämmen, wird auch der jetzige "Lockdown light" weiterhin gravierende Auswirkungen auf die Umsätze und Frequenzen im heimischen Handel haben.

Ohne Gastronomie und Hotellerie müssen die österreichischen Händler pro Woche rund 250 Mio. € an Umsatzverlusten in Kauf nehmen. Allein dem Wiener Handel entgehen dadurch wöchentlich mehr als 53 Mio. €, auch in Niederösterreich (45 Mio. €), Oberösterreich (40 Mio. €) und der Steiermark (35 Mio. €) sind die Auswirkungen groß.

Sibirische Kälte ab Wochenmitte erfordert Überdenken der 20 m2-Regelung in Geschäften
Entgegen ursprünglicher Ankündigungen gilt bekanntlich seit heute im gesamten heimischen Handel – auch in Supermärkten und Geschäften des täglichen Bedarfs – eine Beschränkung von 20 m2 anstatt 10 m2 pro Kunde. Bei körpernahen Dienstleistungen sind hingegen nur 10 m2 pro Kunde vorgeschrieben, obwohl dort die Aufenthaltsdauer in der Regel wesentlich länger und auch der Kundenkontakt weit stärker ausgeprägt ist.

"Der Handelsverband empfiehlt daher – insbesondere vor dem Hintergrund des prognostizierten Wintereinbruchs mit sibirischen Temperaturen von bis zu -20 Grad ab Wochenmitte – eine Angleichung auf einheitlich zehn Quadratmeter pro Kunde, um länger Warteschlangen im Freien bei frostigen Temperaturen zu vermeiden", so Handelssprecher Rainer Will abschließend. (red)

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