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Fressnapf will mehr als nur Tierfutter verkaufen © Fressnapf
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Redaktion 28.02.2019

Fressnapf will mehr als nur Tierfutter verkaufen

Die Heimtierbedarfskette will zum Marktplatz werden, auf dem Tierhalter alle ihre Probleme lösen können, doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

KREFELD. Fast fünf Milliarden Euro geben die deutschen Verbraucher im Jahr für Heimtierbedarf aus. Große Ketten wie Fressnapf oder Futterhaus und Online-Anbieter wie Zooplus sichern sich dabei einen immer größeren Anteil des Marktes.

Allein Marktführer Fressnapf steigerte seinen Umsatz in Deutschland 2018 um 4 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Europaweit erreichte er sogar 2,1 Mrd. Euro. Ein Plus von 6,3 Prozent, wie Gründer und Inhaber Torsten Toeller am Mittwoch in Krefeld mitteilte. Auch der Gewinn sei weiter gestiegen. Genaue Zahlen nannte das Unternehmen hier nicht.

"Das Wachstum der Heimtier-Branche wird durch den Wettbewerbs-und Margendruck auf allen Kanälen deutlich herausfordernder", betonte Toeller bei der Vorstellung der Jahreszahlen. Dennoch sei es Fressnapf gelungen, auch 2018 seine Marktanteile im stationären Geschäft in Deutschland auszuweiten - nicht zuletzt auf Kosten des Lebensmittelhandels.

Die mehr als 1.500 Filialen in Europa lieferten auch 2018 den Löwenanteil der Umsätze. Größter Wachstumstreiber war aber der lange Zeit vernachlässigte Onlinehandel mit einem Plus von 18,5 Prozent. Der Online-Umsatz erreichte 90 Mio. Euro.

Damit hinkte Fressnapf in diesem Bereich allerdings nach wie vor weit hinter dem Rivalen Zooplus her. Der reine Onlinehändler Zooplus, der inzwischen bereits in 30 Ländern präsent ist, kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch hat Fressnapf-Chef Toeller ehrgeizige Pläne, sein Unternehmen digitaler auszurichten. Sein Ziel: Bis 2025 will er Fressnapf zu einer Plattform ausbauen, die nicht nur Tierfutter und Zubehör verkauft, sondern mit ihren Läden, Apps und Online-Angeboten für praktisch alle Probleme der Tierhalter von der Beratung beim Kauf, über die medizinische Versorgung bis zur Vermittlung eines Hundesitters eine Antwort bietet. Dazu will er auch mit externen Partnern zusammenarbeiten. Der Aufbau der Plattform werde teuer, prognostizierte Toeller. "Aber das ist gut so. Denn unsere Wettbewerber können sich das nicht leisten."

Heuer Jahr soll der Fressnapf-Umsatz spürbar stärker steigen als 2018. "Sieben bis acht Prozent plus traue ich uns schon zu, vielleicht auch noch ein Stück mehr", sagte Toeller. Eine wichtige Rolle spielen bei den Wachstumsplänen die Eigenmarken, die Fressnapf sehr erfolgreich neben den etablierten Markenprodukten anbietet. Auf sie entfallen inzwischen mehr als die Hälfte der Verkäufe. Bei den Eigenmarken stoße Fressnapf zwar im Futterbereich allmählich an Grenzen, im Geschäft mit Tierzubehör wie Näpfen und Spielzeugen gebe es aber noch Wachstumspotenzial, prognostizierte der Firmenchef.

Der Wettbewerber Futterhaus wuchs 2018 sogar noch etwas stärker als Fressnapf und steigerte seine Umsätze um 6,7 Prozent auf knapp 368 Mio. Euro. (red)

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