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Genug für alle da © APA PictureDesk/Agrana/Schedl

Die Eigenversorgung in Österreich ist auf hohem Niveau: Die Landwirtschaft produziert mehr, als wir essen können.

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Die Eigenversorgung in Österreich ist auf hohem Niveau: Die Landwirtschaft produziert mehr, als wir essen können.

Redaktion 20.03.2020

Genug für alle da

Laut dem Verein „Land schafft Leben” wäre jetzt auch der Direkteinkauf beim Bauern eine Option.

SCHLADMING. Die heimische Landwirtschaft stellt der Bevölkerung etwa 3.750 Kalorien pro Tag und pro Kopf zur Verfügung. Das ist bekanntlich ein Wert weit über dem durchschnittlichen Tagesbedarf, der bei Frauen bei rd. 2.000 und bei Männern bei rd. 2.500 Kalorien liegt.

Die österreichischen bäuerlichen Betriebe geben also mehr her, als wir essen können. Vor allem der Selbstversorgungsgrad an Milch, die als Eiweiß- und Fettquelle dienen kann, ist hoch und liegt in Österreich bei 164%.

Klar über dem Nötigen

Auch bei Fleisch liegt der Selbstversorgungsgrad in Österreich bei 108% und bei Backweizen bei über 100%. Was bei den Hamsterkäufen nicht berücksichtigt wird: Bauern produzieren ihre Lebensmittel jeden Tag frisch. Die Kühe werden zweimal pro Tag gemolken, Tiere täglich geschlachtet, und auch die pflanzlichen Lebensmittel werden Tag für Tag geerntet. Conclusio: Es besteht kein Grund für Hamsterkäufe!

Vor allem das Bunkern frischer Lebensmittel kann dazu führen, dass Lebensmittel verschwendet werden. Hannes Royer, Obmann vom Verein „Land schafft Leben” ist zuversichtlich: „Wir sind mit allen Branchen im direkten Austausch. Die Fleischindustrie produziert wie verrückt, Lebensmittel werden rund um die Uhr geerntet, teils verarbeitet und verpackt. Die heimische Landwirtschaft versorgt uns mit genügend Lebensmitteln. Wenn wir also unsere Wocheneinkäufe gut planen und nur das einkaufen, was wir tatsächlich verwenden können, haben wir genug und retten Lebensmittel vor der Tonne.”

Kampfansage Hamsterkäufe

Bei den Hamsterkäufen gingen neben dem Kuriosum Toilettenpapier auch sehr viele frische Produkte über das Kassenband, die Einzelne bei sich zuhause horten. Dieses Kaufverhalten führt zu leeren Regalen und zu Verschwendung wertvoller Lebensmittel.

Royer dazu: „Wenn alle Menschen nur das kaufen, was sie aktuell verbrauchen können, sind genügend frische Lebensmittel für alle vorhanden. Wer die Möglichkeit hat, kann auch direkt bei den bäuerlichen Betrieben Lebensmittel einkaufen. Denn das entlastet den Handel und die bäuerlichen Betriebe!” (red)

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