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Gewerkschaft fordert Konzept für Fusion von Karstadt und Kaufhof © Kay Herschelmann

Stefanie Nutzenberger

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Stefanie Nutzenberger

Redaktion 18.02.2019

Gewerkschaft fordert Konzept für Fusion von Karstadt und Kaufhof

Verdi: Keine Bereitschaft für Nachlässe bei Löhnen.

KÖLN/ESSEN. Die Gewerkschaft Verdi hat ein tragfähiges Konzept für die Fusion von Karstadt und Kaufhof gefordert. Das gebe es in keinem der beiden Unternehmen, kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag nach einer Sitzung der Tarifkommissionen von Kaufhof und Karstadt in Kassel. Die Unternehmen gehören zusammen mehrheitlich dem Tiroler Investor Rene Benko.

"Personal rausschmeißen oder wieder in die Taschen der Beschäftigten greifen, ist kein Konzept für das Warenhaus der Zukunft", sagte Nutzenberger laut Mitteilung. Den von Karstadt-Konzernchef Stephan Fanderl angekündigten massiven Personalabbau und den Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag lehnt die Gewerkschaft entschieden ab. Der neue Warenhausriese will rund 2.600 Vollzeitstellen streichen. Fanderl hatte harte Einschnitte beim Kaufhof als unvermeidlich bezeichnet. In seinem derzeitigen Zustand sei das Unternehmen "langfristig nicht überlebensfähig".

Über die Fortsetzung der Verhandlungen über einen Zukunftstarifvertrag für Galeria Kaufhof will Verdi "erst nach Offenlegung aller relevanten Daten" entscheiden. Um Kosten zu sparen, will Kaufhof aus der Tarifbindung aussteigen. Bei Karstadt gilt schon lange ein Sanierungstarifvertrag, der erhebliche Zugeständnisse der Mitarbeiter etwa bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld umfasst.

"Das Überstülpen des Karstadt-Konzepts ist überhaupt kein Erfolgsgarant für Galeria Kaufhof", sagte Nutzenberger. Verdi besteht darauf, dass die Bezahlung der Karstadt-Mitarbeiter, wie es vereinbart worden sei, spätestens 2021 wieder auf das Flächentarifvertragsniveau angehoben wird. (APA/dpa)

 

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