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GLOBAL 2000 warnt: Weihnachtsgans im Essigsäurebad könnte schon vor TTIP Realität werden Panthermedia.net Serdar Baamp
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Redaktion 14.12.2015

GLOBAL 2000 warnt: Weihnachtsgans im Essigsäurebad könnte schon vor TTIP Realität werden

Die EU-Kommission plant morgen einen weiteren Vorstoß für die Zulassung von Peroxy-Essisgsäure-Bädern für Geflügelfleisch

WIEN. Morgen treffen sich Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel, um mit der EU-Kommission über die Zulassung von Peroxyessigsäure zur Desinfektion von Gefülgel-Schlachtkörpern zu diskutieren. Sowohl US-Regierungsvertreter als auch die Geflügel-Industrie fordern im Zuge von TTIP, dass die Behandlung mit Chemikalien wie Chlor oder Peroxy-Essigsäure auch in der EU zugelassen wird, um den Export-Markt für Geflügelfleisch zu erweitern.

Heidemarie Porstner, TTIP-Sprecherin der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: „Eine Zulassung würde die Lebensmittelstandards und das in er EU geltende Vorsorgeprinzip klar unterwandern. Das zeigt, dass die EU-Kommission offensichtlich kein Interesse hat, sich wirklich dafür einzusetzen, die EU-Standards aufrecht zu erhalten."

Die EU-Kommission hatte dazu im Frühling dieses Jahres einen neuerlichen Vorstoß geplant, nachdem ihr Vorschlag zur Zulassung verschiedener Chemikalien zur Schlachtkörperbehandlung seitens der Mitgliedsstaaten abgelehnt worden war. Die Bedenken damals: Belastung von Gewässern, Gefährdung der Gesundheit der ArbeiterInnen in Schlachtbetrieben und vor allem das Kaschieren von schlechter landwirtschaftlicher Praxis durch nachträgliche Säurebehandlung. Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam 2014 zu der Einschätzung, dass Peroxyessigsäure kein adäquates Mittel zur Behandlung von Schlachtkörpern darstellt.

Heidemarie Porstner: „Für uns ist völlig klar: Die EU-Kommission versucht wieder einmal in vorauseilendem Gehorsam zu handeln und bereits vor Abschluss der TTIP-Verhandlungen die EU-Standards aufzuweichen, ohne Rücksicht auf die ProduzentInnen, KonsumentInnen und die Umwelt." (APA)

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