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Greenpeace rät zum Fashion Revolution Day zu nachhaltiger Kleidung © Mitja Kobal

Greenpeace-Sprecherin Nunu Kaller: Textilindustrie ist katastrophal im Sozialbereich.

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Greenpeace-Sprecherin Nunu Kaller: Textilindustrie ist katastrophal im Sozialbereich.

Redaktion 23.04.2018

Greenpeace rät zum Fashion Revolution Day zu nachhaltiger Kleidung

Jedes fünfte Kleidungsstück bleibt laut NGO ungetragen.

WIEN/DHAKA. Der Fashion Revolution Day, der Gedenktag anlässlich des Fabrikeinsturzes mit über 1.000 Toten von Rana Plaza in Bangladesch am 24. April vor fünf Jahren, weist auf die negativen Auswirkungen von Fast Fashion hin, also schnelllebiger Massenware, die nicht lange getragen und dann weggeworfen wird. Aus diesem Anlass hat die NGO Greenpeace Tipps zum nachhaltigen Kleiderkonsum zusammengestellt.

Die Produktion unserer Kleidung ist neben den katastrophalen sozialen Umständen beispielsweise auch schuld an 20% der globalen industriellen Wasserverschmutzung, schrieb die NGO am Montag. Ein großer Teil der Hosen, T-Shirts oder Kleider verstaube zudem in unseren Schränken, im Schnitt wird jedes fünfte Stück nie getragen.

"Die konventionelle Textilindustrie ist einer der größten industriellen Umweltverschmutzer, und auch im Sozialbereich oft mehr als nur katastrophal: Der große Hunger nach täglich neuer Mode hat in den Produktionsländern für teils sklavenähnliche Zustände unter den Arbeiterinnen und Arbeitern gesorgt", sagte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich. Ins Leben gerufen wurde der Fashion Revolution Day anlässlich eines Unglücks in einem Vorort von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Damals, am 24. April 2013, brach die Textilfabrik Rana Plaza in sich zusammen und begrub Tausende Textilarbeiter und Textilarbeiterinnen unter sich; 1.135 Menschen starben, über 2.400 wurden teils schwer verletzt.

Um den Fast Fashion-Trend entgegenzuwirken, rät Kaller, Kaputtes nicht gleich im Müll entsorgen: "Leider verlernen wir die Kulturtechnik des Reparierens mehr und mehr", so Kaller: "Die vergleichsweise schlechte Qualität von Fast Fashion hat dazu geführt, dass ein Rock mit einem Loch eher weggeworfen als repariert wird.“ Es zahle sich jedoch aus, Dinge zu reparieren - sowohl die eigene Börse als auch die Umwelt würden dabei geschont. "Spannend sind auch neue Konzepte wie 'Kleidereien', wo man sich Kleidungsstücke wie in einer Bibliothek ausleihen kann", sagte Kaller.

Im Falle eines Neukaufs empfiehlt Greenpeace, auf faire und ökologische Produktion zu achten. Gütezeichen wie GOTS und ‚Made in Green‘ sind hier beispielsweise vertrauenswürdig. Unter dem Titel “Textilsiegel im Greenpeace-Check" hat die Umweltschutzorganisation kürzlich einen Ratgeber herausgebracht, der eine Orientierung im Gütesiegel-Dickicht liefert. (APA)

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