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Handel und Immobilie als Schicksalsgemeinschaft © dz
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Redaktion 16.12.2020

Handel und Immobilie als Schicksalsgemeinschaft

Doch vor allem ein steter Dialog hat in fast allen Fällen ein Ergebnis erzielt, mit dem die Beteiligten gut leben können.

KÖLN. Lockdown, Restart, Kaufzurückhaltung und viel Unsicherheit: Im Jahr 2020 wurde die Partnerschaft von Immobilien und Handel durch die coronabedingten Einschränkungen hart auf die Probe gestellt.

Schulterschluss
Bei 71% der Mietverträge haben sich Vermieter und Mieter auf eine faire Lösung geeinigt, und bei weiteren 16% ist eine partnerschaftliche Einigung in Sicht, so das Ergebnis einer Umfrage des German Council of Shopping Places (GCSP) unter seinen Mitgliedern zum aktuellen Stand der Gespräche zwischen Immobilienverantwortlichen und dem Handel. „Für die Vermieter und Besitzer der Handelsimmobilien waren die Forderungen des Handels nach Mietreduktionen oder
-verzicht eine zusätzliche Herausforderung in Zeiten, wo durch E-Commerce ohnehin Leerstände drohen“, kommentiert Christine Hager, Vorsitzende des Vorstandes des GCSP, die Situation.

Assetklassen
Der Einzelhandel insgesamt erlebte ein sehr differenziertes Jahr 2020. Der Lebensmittelhandel boomte, auch begünstigt durch die zeitweise Schließung der Gastronomie und der Betriebskantinen. Der Trend zum heimischen Cocooning stützte Baumärkte und Möbelmärkte, und kleinere Branchen wie der Fahrradhandel verzeichneten beachtliche Sondereffekte. Textilien, insbesondere im qualitativ hochwertigen Bereich, erlebten einen Absturz. Diese Bedingungen haben einen großen Effekt auf die Assetklassen: Während sich Fachmarktzentren mit Ankermieter aus dem Lebensmittelbereich sehr stabil präsentierten, litten Innenstädte und Shoppingcenter unter der Schwäche des Modehandels.

Unbürokratische Lösungen
„Gerade vor dem Hintergrund der Überlegungen zum Mietermix der Zukunft könnte die Politik den Handel naheliegend unterstützen – etwa durch Vereinfachung, Beschleunigung und Flexibilisierung des Bau- und Nutzungsrechts oder mit pragmatischen Lösungen bei Öffnungszeiten“, so Hager zu den Wünschen an die Politik. "Viele Händler hingegen haben noch Optimierungsbedarf hinsichtlich der Digitalisierung des Ladenformats“, ergänzt Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institute, „denn 2021 kann im Einzelhandel nicht unmittelbar Entwarnung gegeben werden. Herausforderungen durch Omnichannel bestehen weiterhin, und wenn Reisen und Gastronomie wieder möglich werden, fließen erhebliche Umsätze ab.“

Die digitale Warm-up-Veranstaltung war die erste von vieren im Vorfeld des großen Kongress DSCP am 20. und 21. Mai 2021, zu dem rund 400 Teilnehmende erwartet werden. Der nächste digitale Termin steht am 11. Februar 2021 an. (red)

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