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Handelsverband begrüßt 2 Mrd. Euro Energiepaket © medianet / Katharina Schiffl

Rainer Will, Handelsverband.

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Rainer Will, Handelsverband.

Redaktion 23.03.2022

Handelsverband begrüßt 2 Mrd. Euro Energiepaket

HV fordert aber stärkere Berücksichtigung des Handels bei Entlastungen.

WIEN. Der Handelsverband begrüßt das am Sonntag, 20. März 2022, präsentierte, 2 Mrd. € schwere Energiepaket der Bundesregierung, um der Teuerung im Energiebereich zumindest ein Stück weit entgegenzuwirken. Entscheidend sei nun eine branchengerechte und zeitnahe Umsetzung.

"Der österreichische Handel bemängelt, dass die Bundesregierung die Energieintensität der Branche nicht im tatsächlichen Maße wahrnimmt, wie dies etwa bei der Industrie und dem Handwerk der Fall ist. Das muss sich in der Ausgestaltung des Pakets ändern, um den Handelsstandort und dessen Partner zu sichern", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Entsprechende Vorschläge des Handelsverbandes seien platziert worden.

Von der Warenproduktion bis hin zur Anlieferung, dem Betrieb der Geschäftsflächen bis hin zur (oftmals) gekühlten Zustellung habe sich jeder einzelne Prozessschritt in den letzten Wochen massiv verteuert. Klein- und Mittelunternehmen mit hohem Treibstoffaufwand sollen jetzt entlastet werden, was der Handelsverband ausdrücklich begrüßt. Beschäftigungsintensivere Unternehmen sollten hierbei aber ebenso Berücksichtigung finden. Die Frage nach dem „Wie" sollte unter Einbindung der Branchenvertretungen beantwortet werden, hierfür müsse seitens der Regierung "mehr Energie" aufgewendet werden, argumentiert der HV in einer Aussendung.

Steigende Energiepreise dämpfen Kaufkraft
Neben den direkten Effekten des Ukrainekrieges seien auch die indirekten Wirkungen und Kettenreaktionen spürbar, die vor allem darin liegen würden, dass vielfach Kostensteigerungen der Vorlieferanten zu höheren Einkaufspreisen führen, die wiederum nur zum Teil an die Kunden weitergegeben werden können. Bereits jetzt müsse sich mehr als jeder zweite Mensch in Österreich krisenbedingt deutlich im Konsum einschränken, 14% kaufen nur noch lebensnotwendige Güter.

"Eben deshalb sehen wir die Maßnahmen im Bereich Erdgas- und Elektrizitätsabgaben-Reduktion positiv, damit einerseits eine Kaufkraftstabilisierung bei den Bürgerinnen und Bürgern eintritt, andererseits aber auch die belasteten Unternehmen effektiv unterstützt werden. Der Teuerungsausgleich bei Agrardiesel wird unseren Partnern entlang der Wertschöpfungskette helfen und sichert der Bevölkerung leistbare regionale Produkte. Die geplante Preisreduktion für den öffentlichen Verkehr erleichtert die Mobilität für viele Menschen und ist zu begrüßen", sagt Will.

Sofortige Verbesserung der Corona-Quarantäne-Regelung entscheidend
Das allein reiche jedoch nicht: Viele Kreisläufe hängen in der Wirtschaft zusammen; mehr Energie müsse die Bundesregierung auch im Bereich der Corona-Quarantäne-Regelung aufwenden. Damit das 2 Mrd. € Energiepaket Wirkung entfalten könne, brauche es zeitnah eine bessere Lösung für die Quarantänen. Zurzeit würden hierzulande "mehr als eine halbe Million Menschen als Beschäftigte und als Kunden“ fehlen. Die Testinfrastruktur sie nach mehr als zwei Jahren Pandemie in vielen Bundesländern weiterhin "heillos überfordert“.

"Hier muss kommende Woche eine Lösung gefunden werden, da das System in die Knie geht und viele Menschen gar keine Möglichkeit haben, sich zeitgerecht freizutesten. Um es klar zu sagen: Eine Reduktion des Dieselpreises ist wichtig, aber sie bringt wenig, wenn alle Lkw-Fahrer in Quarantäne sind und keine PCR-Testtermine verfügbar sind", so Handelssprecher Rainer Will abschließend. (red)

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