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Handelsverband kritisiert FFP2-Maskenpflicht im Wiener Handel © medianet/Katharina Schiffl

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

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Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Redaktion 23.09.2021

Handelsverband kritisiert FFP2-Maskenpflicht im Wiener Handel

WIEN. Am Montag, 20. September 2021, stellte Bürgermeister Michael Ludwig neue, mit 1. Oktober in Kraft tretende Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vor – u.a. kehrt im Wiener Handel kehrt die allgemeine FFP2-Maskenpflicht für Kunden zurück. Viel ändern wird sich durch diese Maßnahme nicht: Im LEH herrschte ohnehin FFP2-Maskenpflicht, im Non-Food-Handel reichte in den letzten Monaten ein Mund-Nasen-Schutz. Anders die neuen Regeln für Beschäftigte: Für die geimpften und genesenen Beschäftigten im NonFood-Handel, die bisher keine Maske tragen mussten, gilt künftig wieder eine MNS-Pflicht, für Ungeimpfte sowie jene im Lebensmitteleinzelhandel weiterhin FFP2-Pflicht.

Der Handelsverband ist davon wenig angetan - und kritisiert die fehlende Einheitlichkeit mit Restösterreich, wo im Non-Food-Handel etwa weiterhin nur Ungeimpfte zum Tragen einer Maske verpflichtet sind. "Wir wurschteln uns jetzt seit 18 Monaten durch die Coronakrise, und die Komplexität der Maßnahmen wird immer grotesker. Wenn der Wiener Bürgermeister die Impfquote erhöhen will, warum verschärft er dann die Regeln für Geimpfte und Genesene im Handel, der erwiesenermaßen kein Corona-Hotspot ist? Bald kennt jeder von uns jemanden, der die neuen Corona-Regeln in Wien nicht mehr versteht", so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer Stellungnahme.

"Ungeachtet der wissenschaftlichen Fakten müssen sich die Wiener Geschäfte nun erneut auf eine Verschärfung der Maskenpflicht einstellen, die keinerlei Auswirkung auf das Infektionsgeschehen haben wird. Neben bundesweit einheitlichen Regelungen, die für alle Beteiligten sinnvoll wären, untermauern wir die Forderung nach einem Entfall der FFP2-Maskenpflicht für Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel bei Vorlage eines 2-G-Nachweises", so Will.

In der Gastronomie treibe wiederum „2,5G" die Komplexität der Corona-Regeln in luftige Höhen: 18 Monate lang sei die Antigen-Testinfrastruktur in ganz Österreich auf- und ausgebaut worden, jetzt würden die Antigen-Tests in den Wiener Apotheken und Teststraßen "de facto obsolet". Von einem Ende der Pandemie für die Geimpften könne "zumindest in Wien keine Rede mehr" sein.

"1G, 2G, 2,5G und 3G – die unterschiedlichen Regelungen und vor allem auch die unterschiedliche Bedeutung der G-Regeln in Wien im Vergleich zu Restösterreich machen unser Land zum Europameister der Komplexität in der Corona-Bekämpfung. Selbst jene Bürgerinnen und Bürger, die sich auf Punkt und Beistrich an die Vorgaben halten wollen, verzweifeln und resignieren mittlerweile. Hinzu kommt, dass der zunehmenden Spaltung in unserer Gesellschaft nicht ausreichend entgegengewirkt wird“, so der Sprecher des österreichischen Handels abschließend. (red)

 

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