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Ikea Österreich: „Wir sind völlig sauber“ IKEA
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Redaktion 15.02.2016

Ikea Österreich: „Wir sind völlig sauber“

Die EU-Grünen werfen Ikea Österreich Steuerdeals auf legalem Weg vor

Wien. „Ikea sparte in Österreich 2014 Steuern“, war vergangenen Freitag in vielen heimischen Tageszeitungen zu lesen. „Völliger Unsinn“, meint Ikea Österreich-Sprecherin Barbara Riedl auf medianet-Anfrage. Die Vorwürfe seitens der EU-Grünen: Steuerdeals – in Österreich habe der schwedische Konzern, der seinen Sitz in den Niederlanden hat, über Lizenzzahlungen in Höhe von 16,4 Mio. € auf legalem Wege 4,1 Mio. € Steuern gespart. Das niederländische Rechtssystem diene als Schleuse: Die Filialen würden Franchise- und Lizenzgebühren nach Holland abführen, die den versteuerbaren Gewinn drücken; laut Bericht in Österreich beispielsweise um knapp 44 Prozent. Der österreichische grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon kritisiert: "Ikea prellt die europäischen Steuerzahler um Milliarden. Dabei ist Ikea nur einer von vielen Großkonzernen, die sich systematisch um ihre Steuerpflicht drücken."

Über solche Vorwürfe kann Riedl nur lachen. Selbstverständlich zahle man alle gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Abgaben. Dazu werde man regelmäßig geprüft. Der Bericht beziehe sich auf die Franchisegebühr (3 Prozent), die Ikea als Franchisenehmer abführen müssen. „Wir haben ein starkes Bekenntnis dazu, unsere Operationen auf verantwortungsvolle Weise zu führen und zu der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, beizutragen“, so die Sprecherin. „Im Geschäftsjahr 2015 (per 31.8.2015) beliefen sich allein die Unternehmenssteuern der Ikea Gruppe auf 822 Mio. € – das entspricht einem effektiven Unternehmenssteuersatz von knapp 19 %. Lokale und andere Steuern wie Grundsteuern und Umweltabgaben beliefen sich auf rund 700 Mio. €. Das macht insgesamt 1,5 Milliarden Euro an Steuern für FY15 aus, die der Ikea Konzern abführte.“ Zudem generiere Ikea substanzielle andere Steuereinnahmen für die Regierungen, wie Mehrwertsteuer und Arbeitnehmerabgaben.

Im Bericht, der heißt es, der Konzern habe sich von 2009 bis 2014 geschätzt und ganz legal etwas mehr als eine Milliarde Euro an Steuern erspart. Die Summe bezieht sich lediglich auf acht Staaten - neben Österreich: Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden und Großbritannien.

„Ikea Österreich hat, seit wir unser erstes Einrichtungshaus im Jahr 1977 eröffnet haben, immer die gesetzlich vorgeschriebenen Steuern und Abgaben geleistet. Zusätzlich zur Unternehmenssteuer zahlen wir eine beträchtliche Summe an Grundsteuer im Land und andere Steuern. Für die vergangenen fünf Jahre belief sich die Unternehmenssteuer von Ikea Österreich auf insgesamt 58,75  Mio. €. Grund- und andere Steuern machten im gleichen Zeitraum 1,67 Millionen € aus“, erklärt Riedl. Und überhaupt leiste einen Beitrag zur Gesellschaft, indem man Arbeitsplätze schaffe. „Wir investieren beständig in unsere Einrichtungshäuser, ins Lager sowie in erneuerbare Energien und glauben, dass wir auch damit langfristig Positives für die Gesellschaft tun. Es ist unsere feste Überzeugung, dass verantwortungsbewusstes Wirtschaften eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft ist. Wir sind völlig sauber.“ (dp)

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