RETAIL
Jahresbilanz: Onlinehandel boomt in Österreich © PantherMedia.net / sdecore
© PantherMedia.net / sdecore

Redaktion 29.11.2018

Jahresbilanz: Onlinehandel boomt in Österreich

Neue Studie von EHI und Statista in Kooperation mit dem Handelsverband erfasst E-Commerce-Markt in Österreich und der Schweiz. Dominanz von Amazon wächst dramatisch.

WIEN. Der Onlinehandel in Österreich zeigt sich weiterhin stark und dynamisch. So ist der Umsatz der Top-250-Onlineshops 2017 um 9,2 Prozent auf insgesamt 2,7 Mrd. Euro gewachsen, in der Schweiz liegt die Umsatzsteigerung bei knapp 5,7 Prozent. "Wie auch im deutschen Markt konzentriert sich das Umsatzwachstum allerdings größtenteils auf die Spitze des Rankings", erklärt Christoph Langenberg, Data Analyst und Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce im EHI.

Amazon verdoppelt Umsatz innerhalb von fünf Jahren
"Die Marktkonzentration im E-Commerce nimmt dramatische Dimensionen an. So erwirtschaften die Top 10 Webshops in Österreich mittlerweile mehr Umsatz als die folgenden 250. Amazon allein kommt als Händler mit amazon.de und amazon.com auf 690,4 Mio. Euro, also auf ein Viertel, und konnte den Umsatz innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppeln. Das Umsatzvolumen über den Amazon Marketplace ist hier noch gar nicht berücksichtigt. Es dürfte sich mittlerweile auf mindestens 700 Mio. Euro belaufen und befeuert die Dominanz am österreichischen Markt zusätzlich – mit allen volkswirtschaftlichen Kollateralschäden", bestätigt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. 1,4 Mrd. Euro, und damit 51,1 Prozent des Gesamtumsatzes des Rankings, gingen hierzulande auf das Konto der Top 10. Angeführt wird das Ranking von amazon.de (643,0 Mio. Euro), zalando.at (230,0 Mio. Euro) und universal.at (133,6 Mio. Euro).

Umsatzabfluss ins Ausland verstärkt Ruf nach sinnvollen Regulierungen
Der E-Commerce-Markt in Österreich ist stark international geprägt. So stammt fast die Hälfte (124 Onlineshops) der 250 umsatzstärksten Shops in Österreich aus dem Ausland. Mittlerweile kaufen auch 57 Prozent der Konsumenten bei ausländischen Webshops ein, während die Loyalität zu heimischen Distanzhändlern abnimmt. Besonders in ausgabenstarken Warengruppen wie Bekleidung oder Bücher kaufen deutlich mehr Konsumenten bei ausländischen als bei inländischen Webshops ein.

Angesichts des massiven Umsatzabflusses ins Ausland und einer wahren Paketlawine aus China – 2017 waren es allein in Österreich rund 6 Mio. Sendungen, heuer dürften es 7,5 Mio. werden – wird der Ruf nach sinnvollen Regulierungen immer lauter. "Das ist verständlich, immerhin bezahlen mittelständische Unternehmen in Europa im Schnitt 23 Prozent an Steuern, während milliardenschwere Digitalkonzerne aus Übersee und Fernost nur neun Prozent beim Finanzminister abliefern und fast nichts zur heimischen Wertschöpfung beitragen. Wir müssen dringend faire Spielregeln festlegen. Jene Unternehmen, die hierzulande ihre Steuern zahlen und tausende Arbeitsplätze schaffen, sollten belohnt und nicht bestraft werden", so Rainer Will.

Social Media: Instagram gewinnt
Instagram gewinnt weiter an Popularität in Österreich und hat 2018 als einzige Social Media-Plattform Nutzer unter den Top-250-Onlineshops gewonnen. Während 2017 noch 70 Prozent der Top 250 auf Instagram vertreten waren, sind es 2018 schon 77,6 Prozent. Alle anderen Plattformen haben Nutzer eingebüßt oder haben sich auf Vorjahresniveau gehalten. Auch Facebook, die aktuell noch meistgenutzte Social Media-Plattform, rutscht von 96,0 Prozent auf 90,8 Prozent. Die Studie "E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2018", in der die jeweils 250 umsatzstärksten Onlineshops untersucht wurden, ist ab dem 28. November im EHI-Shop erhältlich. (red)

Infografiken zum Download: https://go.ehi.de/ecom-ach18-1

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL