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kika/Leiner-Krise kam Lutz zugute © XXXLutz

Thomas Saliger

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Thomas Saliger

Redaktion 07.01.2019

kika/Leiner-Krise kam Lutz zugute

Der Umsatz erhöhte sich auch dank Neueröffnungen auf 4,2 Mrd. Euro - heuer Investitionen von 150 Mio. Euro geplant; Preisoffensive soll Mitbewerber unter Druck setzen.

WIEN/WELS. Die Möbelgruppe XXXLutz hat 2018 stark von der Krise bei kika und Leiner profitiert. Das oberösterreichische Unternehmen hat das nach eigenen Angaben "erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte" hinter sich und den Gesamtumsatz auf 4,2 Mrd. Euro gesteigert - auch aufgrund zahlreicher Neueröffnungen. Die Gruppe sei aber auch flächenbereinigt gewachsen, so XXXLutz-Sprecher Thomas Saliger.

Unter dem vorherigen Eigentümer Steinhoff, der seit einem Jahr wegen eines Bilanzskandals in den Schlagzeilen ist, brachen die Umsätze bei kika und Leiner zweistellig ein. Vor allem das Segment mit großen Möbeln - wie etwa Küchen - fuhr starke Umsatzeinbußen ein. Kunden schreckten davor zurück, Anzahlungen zu leisten, da die Zukunft der Möbelketten ungewiss war.

Davon habe XXXLutz unmittelbar profitiert. "Küchenkauf ist Vertrauenssache, bei dem die Kunden auf 100 Prozent Sicherheit achten. Schließlich geht es hier um große Summen bei den Anzahlungen als auch um dringend notwendige Liefertreue", sagte Saliger.

XXXLutz hat im vergangenen Jahr mit seinen Möbelschienen XXXLutz, Mömax und Möbelix erneut expandiert. Insgesamt wurden 14 neue Einrichtungshäuser eröffnet, vor allem im Ausland. Neueintritte gab es in der Schweiz und in Rumänien. Damit stieg die Anzahl der Möbelhäuser insgesamt auf 260, in denen über 22.000 Personen beschäftigt werden. Die Übernahme des deutschen Möbeldiskonters Poco wurde im Dezember 2018 fixiert. Poco machte zuletzt mit 123 Einrichtungshäusern und fast 8.000 Mitarbeitern in Deutschland einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro.

Auch für 2019 sind mehrere Neueröffnungen im Ausland geplant, davon sechs Möbelix-Märke, drei Mömax und drei XXXLutz-Einrichtungshäuser. In Serbien soll mit einem XXXLutz-Markt der Markteintritt erfolgen. In Summe investiert das Welser Unternehmen heuer 150 Mio. Euro in neue Märkte, Umbauten, den Ausbau des Online-Geschäfts sowie die Logistik. Die Expansion werde rund 1.000 neue Jobs schaffen, zudem will das Unternehmen etwa 650 neue Lehrlinge aufnehmen.

Die Lutz-Gruppe ist in Österreich Marktführer im Möbelhandel laut Kreutzer Fischer & Partner mit einem Anteil von rund 30 Prozent. "In punkto Preise werden wir auch 2019 neue Maßstäbe setzen und den Konsumenten Einrichtungsgegenstände aller Art günstiger anbieten können als 2018. Das wird uns zusätzliche Marktanteile bringen und unsere Mitbewerber unter Druck setzen", sagte Saliger. Die Preissenkungen sollen über Mengenvorteile und ein ausgeklügeltes Logistiksystem realisiert werden. Es sei keine Praxis, von Lieferanten rückwirkende Rabatte einzufordern, so Saliger. (APA)

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