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Machtkampf bei Ceconomy eskaliert © APA/dpa/Armin Weigel

Ceconomy ist Mehrheitseigner der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn.

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Ceconomy ist Mehrheitseigner der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn.

Redaktion 16.10.2019

Machtkampf bei Ceconomy eskaliert

Ringen um neue Strategie - Ceconomy-Aufsichtsrat kommt am Donnerstag zusammen.

DÜSSELDORF. Bei der kriselnden Elektronikhandelsholding Ceconomy steuert Vorstandschef Jörn Werner ein halbes Jahr nach seiner Berufung auf seinen Abgang zu. Werner sei nicht mehr zu halten, sagten mehrere Insider am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund sei ein Machtkampf mit dem Chef der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn Ferran Reverter.

Die beiden Manager hätten in den vergangenen Monaten um eine neue Strategie und deren Umsetzung gerungen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Werner habe eine neue Antwort auf die Herausforderungen durch Online-Riesen wie Amazon gesucht. Um Umfang und Tempo der neuen Strategie habe es aber Differenzen gegeben, sagten Insider. Dabei ist Ceconomy Mehrheitseigner der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn, mit denen das Unternehmen auch in Österreich vertreten ist. "Der Machtkampf ist eskaliert", sagte einer der Insider. "Herr Werner muss nun Konsequenzen ziehen."

Eine Ceconomy-Sprecherin verwies auf eine Pflichtmitteilung vom Vortag. Demnach kommt der Ceconomy-Aufsichtsrat am Donnerstag zusammen. Dabei berate das Gremium "über eine mögliche vorzeitige Beendigung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Jörn Werner", hatte Ceconomy am Vorabend mitgeteilt.

Durch diese Formulierung sei Werner nicht mehr tragbar, sagte ein weiterer Insider. Der Ceconomy-Aufsichtsrat mit dem ehemaligen Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, an der Spitze sei indes "sehr heterogen", sagte ein weiterer Insider - es gebe eine sehr geringe Möglichkeit, dass das Gremium doch noch in letzter Minute eine Wende vollziehe. Überraschungen seien nie ausgeschlossen, aber im Falle Werner sehr unwahrscheinlich, sagte ein weiterer Insider. (red)

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