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Markenhersteller sehen Einigung zwischen Edeka und Rewe kritisch APA EPA Roland Weihrauch
APA EPA Roland Weihrauch

Redaktion 22.11.2016

Markenhersteller sehen Einigung zwischen Edeka und Rewe kritisch

"Verlierer bleibt der Wettbewerb".

HAMBURG/KÖLN/MÜLHEIM. Die Einigung zwischen Edeka und Rewe über Aufteilung und Kaufpreis von Berliner Filialen der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann sieht der Markenverband kritisch. "Verlierer bleibt in jedem Fall der Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten", erklärte Handelsexperte Andreas Gayk vom Markenverband gegenüber dem deutschen "Handelsblatt".

Für die Lieferanten mache es keinen großen Unterschied, ob Kaiser's Tengelmann insgesamt von Edeka geschluckt oder als Ergebnis einer abgestimmten Marktaufteilung von den beiden Platzhirschen gemeinsam übernommen werde. Der Markenverband hätte den Verkauf der Supermärkte an viele Interessenten bevorzugt. Edeka ist Marktführer in Deutschland, Rewe folgt auf Platz zwei.

Einigung in Raten
Die Tengelmann-Gruppe wollte ihre Supermarktkette bereits vor zwei Jahren komplett an Edeka verkaufen. Das Kartellamt verbot dies, der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) erteilte eine Sondererlaubnis. Dagegen klagte Rewe. Die Konzerne suchten daher nach einer einvernehmlichen Lösung. Vergangene Woche einigten sie sich zunächst darauf, welche Kaiser's-Tengelmann-Filialen Edeka in Berlin an Rewe weiterreicht und zu welchem Preis. Es handle sich um einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag", berichtete das "Handelsblatt". Rewe-Chef Alain Caparros, Edeka-Chef Markus Mosa und Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatten sich demnach am Freitag auf Einladung von Gabriel im Wirtschaftsministerium in Berlin getroffen; der Minister habe mit am Tisch gesessen. Der Kaufvertrag soll bis 2. Dezember stehen. (APA)

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