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Markenhersteller setzen auf eigene Online-Shops Benjamin Mussler gemeinfrei
Benjamin Mussler gemeinfrei

Redaktion 12.01.2016

Markenhersteller setzen auf eigene Online-Shops

Hugo Boss, Adidas, Haribo – mehr und mehr Marken verkaufen über ihren eigenen Online-Store

Köln/Wien. Für Kunden hat die Nachricht, dass Markenhersteller mehr und mehr auf eigene Online-Shops setzen, zumindest etwas Gutes: Sie bekommen eine zusätzliche Shopping-Möglichkeit. Doch die Preise sind trotz der Ausschaltung des Zwischenhandels oft gesalzen. "Immer mehr Markenartikler sind mit eigenen Shops im Internet vertreten", berichtet Jens Rothenstein vom Kölner Institut für Handelsforschung IFH. Mit dem eigenen Webshop schaffen sich die Hersteller einen zusätzlichen Absatzkanal abseits des klassischen Handels und eine Bühne für die Selbstdarstellung.

Vorreiter war die Textilbranche, wo Anbieter von Gerry Weber bis Hugo Boss schon lange die Kunden mit eigenen Onlineshops umgarnen. Doch immer mehr Markenartikler aller Branchen sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen. So können Kunden bei Nestle Cerealien, Maggi-Würzer und Kakao ordern, oder bei Rosenthal Porzellan bestellen. Auch der Fruchtgummi-Hersteller Haribo bietet im Online-Shop eine große Auswahl an Produkten­­­­­­­­. Es gibt keinen Mindestbestellwert und ab einer Bestellung von 20€ erfolgt die Lieferung sogar versandkostenfrei. Und das Geschäft entwickelt sich gut. In den vergangenen Jahren verzeichneten die Hersteller nach Angaben des Kölner Handelsforschungsinstituts ECC mit ihren eigenen Shops ein überdurchschnittliches Online-Wachstum von rund 28 Prozent jährlich.

Die Rücksicht auf den Einzelhandel sei wohl auch ein Grund dafür, "dass die meisten Hersteller in ihren Markenshops bisher darauf verzichten den Preiswettbewerb anzuheizen", meint Branchenkenner Rothenstein. Haribo etwa betont den "Fan-Shop-Charakter" seines Online-Angebots. Die Preise im Online-Shop entsprechen den unverbindlichen Preisempfehlungen für die Produkte. Auch Stichproben in verschiedenen anderen Webshops von Markenherstellern zeigen, dass die Kunden nicht unbedingt mit Schnäppchenpreisen rechnen dürfen. Oft gibt es anderswo im Web deutlich günstigere Angebote.

 Ein Ende des Wachstums der Markenshops ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. Der E-Commerce-Experte Rothenstein ist überzeugt, dass ihre große Stunde eher noch bevorsteht. "Die Personalisierung der Produkte ist ein wichtiger Trend. Davon wird es in Zukunft mehr und mehr geben. Das spielt den Markenshops in die Hände", glaubt er. Denn für die Hersteller seien solche Angebote auf den eigenen Websites leichter umzusetzen, als für den Handel. Sein Fazit: "Die Markenshops werden ihr überdurchschnittliches Wachstum wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren fortsetzen." (APA/red)

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