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Metro-Chef Olaf Koch nimmt vorzeitig den Hut © APA/dpa/Rolf Vennenbernd

Seit 2012 stand Olaf Koch an der Spitze der Metro AG.

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Seit 2012 stand Olaf Koch an der Spitze der Metro AG.

Redaktion 27.08.2020

Metro-Chef Olaf Koch nimmt vorzeitig den Hut

Der Metro-Vorstandschef will bis Jahresende 2020 aus dem Vorstand des Großhändlers ausscheiden; sein Nachfolger soll den Kurs fortsetzen.

••• Von Paul Hafner

DÜSSELDORF. „Es fällt mir brutal schwer – aber es ist der richtige Schritt zum richtigen Moment“: Mit diesen Worten kündigte der langjährige MetroVorstandschef Olaf Koch seinen Abschied an. Koch informierte Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann, dass er seinen eigentlich bis März 2022 laufenden Vertrag nicht verlängern und stattdessen mit Jahresende ausscheiden wolle. Koch kehrt der Großhandelsbranche den Rücken, einen Wechsel zu einem Konkurrenten schloss er aus; seine Mission sei „erfüllt“, er will sich fortan darauf konzentrieren, die Übergangsphase zu meistern.

Radikaler Umbruch Die Großaktionäre Beisheim und Meridian äußerten einem Sprecher zufolge Verständnis für den Schritt des 50-Jährigen, der Metro „auf Kurs gebracht“ habe. Keinen Kommentar gab es vom dritten Großaktionär Holding EPC, hinter der der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky steht, dessen Übernahmeversuch im vergangenen Jahr am Widerstand von Beisheim und Meridian scheiterte, die zusammen rund 23% der Stammaktien kontrollieren. Koch habe das Unternehmen „konsequent umgebaut, digitalisiert und auf die Kunden ausgerichtet“, lobte Steinemann mit Blick auf die von einem radikalen Umbau geprägten Ägide des 50-jährigen Hessen, der 2012 die Nachfolge von Eckhard Cordes als CEO antrat und die Sanierung des Unternehmens vorantreiben sollte, die er zuvor als Finanzvorstand eingeleitet hatte. Im Rahmen der Umstruktierung verkaufte Koch 2015 die Galeria Kaufhof und teilte 2017 den Konzern in zwei separate
Unternehmen – die Metro AG, zu der neben dem Großhandel auch die Real Hypermärkte gehörten, und die MediaMarkt-Mutter Ceconomy AG. Mit dem umstrittenen Verkauf der Supermarkttochter Real wurde die Metro AG im Vorjahr zu einem reinen Großhandelsunternehmen. Erst kürzlich hatte Koch nach dem coronabedingten Umsatztiefflug eine „positive Trendentwicklung“ seit Juli verkündet, die sich auch im August fortgesetzt hat; im vierten Quartal des heurigen Jahres werde Metro wieder annähernd das Niveau des Vorjahres erreichen.

Nachfolgersuche beginnt Der Aufsichtsrat hat die Suche nach Kochs Nachfolger bereits aufgenommen, heißt es in einem Schreiben Steinemanns an die Metro-Beschäftigten. Dieser solle die weitere Umsetzung der unter Koch eingeleiteten Maßnahmen unterstützen. Steinemann habe „volles Vertrauen, dass wir das fokussierte und daher schneller wachsende und einfacher strukturierte Großhandelsgeschäft der Metro zu einem Erfolg machen können“. (red)

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