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Milchpreise sind im Keller  © APA/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Aufgrund sinkender Milchpreise fordert die IG Milch Umstellungsförderung für Biomilch

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Aufgrund sinkender Milchpreise fordert die IG Milch Umstellungsförderung für Biomilch

Redaktion 10.09.2015

Milchpreise sind im Keller

Der Verfall des Milchpreises bewegt immer mehr Milchbauern dazu, über eine Umstellung auf Bioproduktion nachzudenken

••• Von Julia Maier

WIEN. Die Milchpreise fallen seit April dieses Jahres immer weiter in den Keller und bringen somit die Milchbauern an ihre existenzielle Grenze. „Die Krise ist voll da“, so IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil am Montag vor Journalisten. Pro Liter Milch bekommen Bauern von den Großmolkereien aktuell nur mehr 30 Cent, vergangenes Jahr waren es noch bis zu 40 Cent. Die Vertreter der IG Milch, einem Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern, warnen aufgrunddessen vor einem Milchbauernsterben in Österreich und fordern einen Erzeuger-Milchpreis von 50 Cent pro Liter für konventionelle Milch und 60 Cent für Bio-Milch. Dieser Preis soll den Milchbauern für die ersten 50.000 Liter gezahlt werden, dann soll es Preisabschläge von mehreren Cent geben.
Wegen der heftigen Proteste mit über 7.000 Milchbauern beim Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister am Montag in Brüssel kündigte die EU-Kommision indes ein Hilfsprogramm im Wert von 500 Mio. € für die Branche an. „Wir müssen raus aus der Wachstums- und Intensivierungssackgasse“, so Grünzweil.
Umstellung auf Bio
Für die Interessensvertreter der IG Milch ist auch eine „Umstellungsförderung Neu“ für Biomilchbauern von großer Notwendigkeit. Die Umstellung eines Betriebs auf „Bio“ dauert derzeit rund zwei Jahre. Da laut IG Milch der Bedarf an Biomilch allerdings viel höher als das Angebot ist, müsse dem entgegengewirkt werden. Auch bei den Bauern selbst besteht der Bedarf an Förderung. Viele Bauern überlegen, die höheren Investitionskosten für größere Ställe und teurere Futtermittel in Kauf zu nehmen und möchten auf Biobetrieb umstellen; für viele scheint dies der einzige Ausweg aus der Preismisere.
Immer weniger Milchbauern
Betroffen von dem Preissturz sind in Österreich rund 30.000 Milchbauern mit 534.000 Kühen. Die Anzahl der Bauern ist laut Stefan Scheipl von der IG Milch in den letzten Jahren drastisch gesunken: 1995 waren es noch 80.000 Milchbauern, gegenwärtig steuere man bereits auf die 20.000 zu.

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