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Mit dem Müllrechner gegen die Plastikflut © GoPlastikNeutral
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Redaktion 04.11.2020

Mit dem Müllrechner gegen die Plastikflut

GoPlastikNeutral launcht ein Tool zur Neutralisierung von Abfallmengen.

WIEN. Plastikverpackungen und Kunststoffe haben die Welt im Sturm erobert und werden nun zunehmend zum Problem für Mensch und Umwelt. Vor allem die Wegwerfartikel im Hausmüll, Plastiksackerln, PET-Flaschen und Folien sind eine Plage für den Planeten, da sie nahezu unverrottbar sind. Die Umweltinitiative GoPlastikNeutral hat nun einen Müllrechner gelauncht, mit dem man seinen eigenen Plastikverbrauch errechnen und zudem etwas dagegen tun kann.

Plastik wird in der Natur kaum abgebaut. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, es vollständig zu zersetzen. Plastik muss daher langwierig von Wind, Sand und Wellen zermahlen werden. Es ist biologisch 'inert' und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen werden. Das bedeutet, dass Plastikpartikel zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut werden. Weltweit wird daher eine Anreicherung von Kunststoffen an Stränden, in Meeresstrudeln und Sedimenten beobachtet.

Das heißt, auch wenn die sogenannte Halbwertszeit bei Plastiktaschen mit 20 Jahren oder bei Bechern mit bis zu 50 Jahre angegeben wird, verschwindet das Material nicht, sondern landet in Form von Mikropartikeln in Tieren und Pflanzen und damit in unseren Lebensmitteln. Besonders lange halten sich übrigens Plastikflaschen, die mitunter erst nach 450 Jahren zerkleinert sind. Dies führt nicht nur zu einer immensen Müllflut in den Meeren, sondern auch zu einer Schädigung der Mikro-Organismen. Dagegen kann man jetzt etwas unternehmen.

Plastikverbrauch errechnen
Auf der Webseite der Umweltinitiative GoPlastikNeutral (GPN) kann man das durchschnittliche Plastikvolumen errechnen, das man als Haushalt, Familie oder auch Unternehmen jährlich produziert - und dann konkrete Maßnahmen setzen. Dazu geht man auf den Müllrechner und wählt zwischen "Individual" oder "Business", dann das Land und zuletzt die Anzahl der Haushaltsangehörigen bzw. als Unternehmen die Mitarbeiteranzahl. Das Ergebnis, die Menge des täglich, monatlich und jährlich produzierten Plastikmülls, erscheint dann auf dem Schirm.

Plastikabfälle neutralisieren
Im Anschluss daran hat man die Möglichkeit, für die errechnete und verbrauchte Menge an Kunststoffabfall eine geldwerte Kompensation zu leisten, indem man Plastik Neutral Zertifikate (Pakete) im Gegenwert erwirbt. Mit der entsprechenden Einzahlung wird die zuvor errechnete Plastikmenge über den Wege der thermochemischen Verwertung (Pyrolyse) und Aufspaltung in Treibstoff, Kohle und Gas "neutralisiert" - also für Natur und Umwelt unschädlich gemacht.

Optional hat man auch die Möglichkeit, sogenannte GoPlastikNeutral-Basispakete zu erwerben. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Verbraucher in Europa jährlich durchschnittlich 32,74 kg Kunststoffabfälle produziert, kann man sich - bei Kosten von einem Euro pro Kilogramm Verwertung von Plastik - leicht selbst ausrechnen, wie man plastikneutral wird. Mit dem 10 kg-Paket zur Beseitigung von Plastikabfällen kann man einsteigen und schon etwas bewirken. Damit werden 10 kg Kunststoff von einer der GPN-Partnerdeponien in Europa entfernt und verarbeitet.

Über GoPlastikNeutral
Die GoPlastikNeutral GmbH wurde im Frühjahr 2020 gegründet, um das gestiegene Bewusstsein für die schädlichen Auswirkungen von unbehandelten Plastikabfällen auf dem Planeten europaweit in konkrete Aktionen zu lenken. Hierzu wurde eine mehrsprachige Internet-Plattform geschaffen, die zur Mobilisierung der Anti-Plastik-Community betragen soll. Aktivisten erhalten für ihr Engagement "PlastikNeutral-Zertifikate" und auf ihr eingesetztes Investment eine nachhaltige Rendite. (red)

http://www.goplastikneutral.com

 

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