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Mit Fairtrade gegen fallende Rohstoffpreise © Manner/Noll

Hartwig Kirner

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Hartwig Kirner

Redaktion 20.05.2019

Mit Fairtrade gegen fallende Rohstoffpreise

Ein Plus von neun Prozent Umsatzwachstum in Österreich im Jahr 2018.

WIEN. Der geschätzte Umsatz mit Fairtrade-Produkten in Österreich stieg im Jahr 2018 auf 333 Mio. Euro. Gemessen am Pro-Kopf-Verbrauch, sind die Österreicher damit weltweit unter den Top 5. Neben den rund 150 Lizenzpartnern sind es vor allem die 200 Fairtrade-Gemeinden und 53 –Schools sowie über 120 freiwilligen Helfer, die als engagierte Zivilgesellschaft in Österreich zum Erfolg beitragen.

„Durch diesen gemeinsamen Einsatz wurden im vergangenen Jahr Direkteinnahmen in der Höhe von 49 Mio. USD generiert, die aus Österreich an die Produzentenorganisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika gegan­gen sind“, freut sich Fairtrade Österreich-Geschäftsführer Hartwig Kirner über die positive Bilanz. „Ein stär­keres Bewusstsein für faire Handelsbedingungen sind angesichts leider dramatisch sinkender Rohstoffpreise derzeit wichtiger denn je.
Nachhaltigkeitsinitiativen, die diese Preisentwicklung nicht berücksichtigen, verfehlen ihre Wirkung“, so Kirner weiter. Fairtrade reagiert auf die aktuelle Situation u.a. mit der Erhöhung des Kakao-Mindestpreises (+20 % ab Oktober 2019).
Erneut positiv entwickelt hat sich das älteste Fairtrade-Produkt in Österreich – Kaffee. 4.147 Tonnen wur­den davon im vergangenen Jahr in Österreich nachgefragt (plus 8 % ggü. dem Vorjahr). „Dabei ist bemerkens­wert, dass bereits 27 Prozent des Kaffees und der Heißgetränke im Außer-Haus-Markt konsumiert werden, also in der Gastronomie oder in Büros“, zeigt sich Kirner erfreut. Fairtrade-Bananen konnten nach dem Re­kordjahr 2017 um weitere 20 % zulegen (auf 27.857 Tonnen). Schon seit 2014 ist Kakao ein Wachstumstreiber
– mit einem Plus von 19,6 % im Jahr 2018 stieg die Nachfrage nach Fairtrade-Kakao auf 3.217 Tonnen. Produktinnovationen im Heimtextilienbereich sowie der Einsatz von Fairtrade-Baumwolle bei der Herstel­lung von Berufskleidung oder Einkaufstaschen führten zu einem Anstieg der Nachfrage um 60 % auf 960 Ton­nen. Fairtrade-Rohrzucker konnte vor allem durch neue Spezialitätensorten reüssieren, die Gesamtnachfrage stieg um 11,1 % auf 2.850 Tonnen.
In ganz Europa ist eine positive Tendenz in Richtung fairer Handel bemerkbar.

Aktuelle Studienergebnisse („Trade Fair, Live Fair“) zeigen, dass dabei immer stärker die Verantwortung von Unternehmen und Regierun­gen eingefordert wird. 88 % der Befragten fordern von Unternehmen, sich des Themas Umweltschutz anzu­nehmen, 84 % sehen Unternehmen bei der Bekämpfung der globalen Armut in der Pflicht. Auch von den politischen Entscheidungsträgern wird mehr Einsatz gefordert. 71 % sind der Meinung, dass diese eine grö­ßere Rolle bei der Förderung von nachhaltigem Konsum spielen sollen. „Das Bewusstsein für Wirkungsverant­wortung steigt weltweit und das ist gut so, denn Fairtrade ist nur ein Rädchen, um die Welt menschenwürdiger zu gestalten. Große Änderungen brauchen ein gemeinsames Handeln von uns allen“, so Kirner abschließend. (red)

Nähere Infos zur Studie unter: www.Fairtrade.at/consumerstudy

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