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Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Erdölprodukte © LKÖ/Fiedler-Ferlin

Landwirtschaftskammer Steiermark-Präsident Franz Titschenbacher und Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger - Bioökonomie: Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Erdölprodukte. (rechts) Stefan Schepers General Direktor.

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Landwirtschaftskammer Steiermark-Präsident Franz Titschenbacher und Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger - Bioökonomie: Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Erdölprodukte. (rechts) Stefan Schepers General Direktor.

Redaktion 16.01.2019

Nachwachsende Rohstoffe ersetzen Erdölprodukte

Titschenbacher: Bioökonomie ist neue Chance für die Land- und Forstwirtschaft. Es ist keine Zukunftsmusik mehr, dass künftig Autoteile, Kühlschrank- und Computerhüllen oder Gips, Glas oder Kleidung aus Holz hergestellt werden.

GRAZ. „Die heimische Land- und Forstwirtschaft als Hauptbetroffener der Klimaverschlechterung gibt mit der Bioökonomie aktiv zukunftsorientierte Antworten zum Ausstieg aus den fossilen Energieträgern“, unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher. Man bietet biobasierte, nachwachsende Wertstoffe als Ersatz für fossile Rohstoffe. Titschenbacher: „Es ist keine Zukunftsmusik mehr, dass künftig Autoteile, Kühlschrank- und Computergehäuse oder sogar Glas, vor allem aber auch Kleidung aus nachwachsendem Holz und anderen Pflanzen hergestellt werden. Auf einem guten Weg sind wir bereits beim Bauen mit Holz sowie bei der energetischen Nutzung von Biomasse.“  
 
Autoteile aus Holz und durchsichtiges Holz. „Holz eignet sich sehr gut für die Fahrzeugindustrie als Ersatz für Stahl und Aluminium. Experten des steirischen Forschungsprojektes Wood C.A.R. haben bewiesen, dass Holz hervorragende Festigkeitswerte und ein exzellentes Dämpfungsverhalten haben“, betont Titschenbacher. Unterstützt wird dieses Forschungsprojekt von der Technischen Universität Graz, von Joanneum Research und der Universität für Bodenkultur in Wien. Durchsichtiges Holz ist wesentlich stärker als Glas und härter als unbehandeltes Holz: Amerikanischen Forschern ist es gelungen, Holz transparent zu machen.  
 
Wien bekommt das weltweit höchste Hochhaus aus Holz und Lenzing überrascht mit „Seide“ aus Holz. Das mit 24 Stockwerken höchste Holzhochhaus der Welt wird derzeit in Wien/Donaustadt errichtet. Darin werden 3.600 Kubikmeter PEFC-zertifiziertes Holz (mehr als 100 Lkw-Züge) aus der Steiermark verbaut und somit 2.800 Tonnen klimaschädliches Co2 eingespart. Die Gebäudeteile werden unter anderem vom steirischen Unternehmen Mayr-Melnhof und der Firma Hasslacher aus Kärnten vorgefertigt und dann an Ort und Stelle ineinander verschraubt. Einen Meilenstein hat auch der österreichische Faserhersteller Lenzing AG gesetzt. Dem heimischen Unternehmen gelang es aus Zellulose ein Garn herzustellen, das fein wie reine Seide, aber besser waschbar ist. Weil die  Herstellung sehr umweltfreundlich ist, kann damit der Markt für nachhaltige und umweltbewusste Textilien bedient werden.
 
Agrarische Reststoffe als Katzeneinstreu und Wiesenpellets als Tierfutter. Bereits vor drei Jahren haben Bauern in Halbenrain das erste österreichische Biomasse-Logistikzentrum für agrarische Reststoffe eröffnet. Dort werden Pellets aus Gras von Naturschutzwiesen hergestellt, die dann beispielsweise Schweinen oder Wild verfüttert werden. Damit wird der Import von ausländischen Rohfaserpellets verringert. Weiters werden dort aus agrarischen Reststoffen wie Maisspindeln weiches Katzen-, Pferde- oder Geflügeleinstreu erzeugt.
 
Holz erobert die Krankenhäuser. Im Vormarsch ist als Gipsersatz bei der Behandlung von Knochenbrüchen ebenfalls der nachwachsende Rohstoff Holz. Damit können synthetische Gipsbinden aus erdölbasiertem Material ersetzt werden. Der Vorteil: Gipsersatz aus Holz ist biologisch abbaubar und formfest. Bereits in 60 Krankenhäusern Westeuropas hat dieser natürliche Gipsersatz Einzug gefunden, 100 Ärzte sind davon bereits überzeugt. (red)
 
 
 

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