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Neuer Rekord bei Zustellung: 228 Mio. Pakete in Österreich befördert APA/Hans Punz
APA/Hans Punz

Redaktion 26.02.2019

Neuer Rekord bei Zustellung: 228 Mio. Pakete in Österreich befördert

Paketlawine rollt ungebremst weiter. Handelsverband fordert Plattform-Haftung für Verpackungsentpflichtung.

WIEN. Der anhaltende Trend zum Online-Shopping hat das Paketvolumen in Österreich im Gesamtjahr 2018 um +9% auf den neuen Rekordwert von 228 Millionen Pakete wachsen lassen. Das zeigen aktuelle Daten der alljährlichen Branchenradar-Marktanalyse zum heimischen KEP-Sektor.

Wachstumstreiber war wie schon in den Vorjahren das B2C-Geschäft, aber auch der B2B-Markt konnte mit +2,1% signifikant zulegen. Nicht nur Bestellungen im eCommerce nehmen weiterhin zu, auch die Anzahl der B2C-Teillieferungen (+20,1%) und Retouren (+16%) steigen.

"2018 wurden in Österreich mit 228 Millionen fast 19 Millionen Pakete mehr befördert als im Jahr davor, in dem wir mit 209 Millionen Paketen ebenfalls einen Rekordwert verzeichnet hatten. Der durchschnittliche Österreicher kommt mittlerweile auf 15 Pakete pro Jahr. Diese Paketlawine wird durch internationale Onlinehändler befördert und belastet unsere Verpackungsentsorgungssysteme substanziell", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Paketlawine verstopft Altpapiertonnen; Lösung: Plattform-Haftung für Verpackungsentpflichtung
Jeder Unternehmer, der in der Österreich Verpackungen in Verkehr setzt, hat bei der Entsorgung bestimmte Verpflichtungen zu erfüllen. Das gilt nicht nur für inländische Hersteller, Importeure und Abpacker – auch Versandhändler ohne Sitz in Österreich, die Waren direkt an österreichische Letztverbraucher liefern, unterliegen der Verpackungsverordnung.

Sie müssten also für das Inverkehrsetzen von Verpackungen ein Entpflichtungsentgelt bezahlen, mit dem die Verwertung und Entsorgung der Verpackungen finanziert wird. In der Praxis nehmen jedoch vor allem Online-Händler aus dem asiatischen Raum an keinem Sammel- und Verwertungssystem teil und entrichten kein Entpflichtungsentgelt.

Die Folge: "Die einen machen das Geschäft, die anderen zahlen dafür. Im Fall der Verpackungsentpflichtung sind das fast ausschließlich die österreichischen Händler", so Will.

Um dem ein Ende zu machen, braucht es eine verstärkte Inpflichtnahme von Plattformen: "Plattformbetreiber sollten für die nicht entrichteten Entpflichtungsentgelte von Marktplatzhändlern haften, sofern diese an keinem nationalen Sammel- und Verwertungssystem teilnehmen oder nachweislich ihrer Entpflichtung nicht im Vollumfang nachkommen", fordert Will. (red)

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