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Österreich ist Vorzeigeland bei Lebensmittelspenden – Reduktionen wären noch in Haushalten möglich © Spar / PG Studio

Spar spendet in ganz Österreich nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel an rund 200 Sozialeinrichtungen.

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Spar spendet in ganz Österreich nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel an rund 200 Sozialeinrichtungen.

Redaktion 01.10.2020

Österreich ist Vorzeigeland bei Lebensmittelspenden – Reduktionen wären noch in Haushalten möglich

Jede Spar-Filiale, in deren Umgebung es einen Sozialmarkt, eine Tafel-Organisation oder eine Foodsharing-Initiative gibt, arbeitet daher mit diesen zusammen.

WIEN. Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel. Jeder Spar-Markt in ganz Österreich gibt daher nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel an rund 200 unterschiedliche Sozialeinrichtungen oder Foodsharer weiter. Maßnahmen, die beispielsweise in Frankreich oder Tschechien gesetzlich vorgeschrieben werden mussten, sind bei Spar seit Jahrzehnten längst gelebte Realität.

Mit nur rund einem Prozent ist der Anteil an nicht verkauften Lebensmitteln bei Spar erfreulich gering. Einkauf, Lagerung und Transport sind bei Spar darauf ausgerichtet, diesen Anteil so niedrig wie möglich zu halten. Nicht mehr verkäufliche Ware erhalten über 200 regionale Sozialorganisationen. Jede Spar-Filiale, in deren Umgebung es einen Sozialmarkt, eine Tafel-Organisation oder eine Foodsharing-Initiative gibt, arbeitet daher mit diesen zusammen – auf freiwilliger Basis, effizient ohne große organisatorische Aufwände und ohne gesetzlichen Zwang.

Diese unbürokratische Unterstützung von Sozialorganisationen ist in den vergangenen Jahren vom gesamten Handel intensiviert worden, wie auch im Aktionsprogramm „Lebensmittel sind kostbar“ des BMK festgehalten wird. In den vergangenen Jahren wurden freiwillige Kooperationen zwischen Unternehmen und sozialen Einrichtungen zur Weitergabe von Lebensmitteln in verstärktem Ausmaß abgeschlossen. Eine gesetzliche Regelung zur Verpflichtung zur Weitergabe, wie bereits in anderen EU-Mitgliedsstaaten erfolgt und in Österreich immer wieder diskutiert wird, ist nicht zielführend. Pro Jahr werden laut Bericht des Klimaschutz-Ministeriums 12.250 t Lebensmittel durch den Handel an Sozialorganisationen gespendet. Österreich ist damit EU-weit ein Vorzeigeland und Ländern weit voraus, in denen es gesetzliche Verpflichtungen für ethisch selbstverständliche Unterstützung von Sozialorganisationen braucht.

Im Spar-Interview stellt Alexandra Gruber, Obfrau des Dachverbands der österreichischen Tafeln klar: „Die Weitergabe von Lebensmitteln an Tafeln oder andere soziale Organisationen ist im österreichischen Lebensmittelhandel seit vielen Jahren gelebte Praxis. Unsere enge Vernetzung im europäischen Tafelverbund FEBA (Fédération Européénne des Banques Alimentaires) zeigt darüber hinaus ganz klar, dass gesetzliche Verpflichtungen wie in Frankreich keinen Mehrwert bringen und somit kein Referenzbeispiel für die Tafeln in Europa sind."

Lebensmittelverschwendung dort vermeiden, wo sie passiert
Laut WWF Österreich stammen 52% der Lebensmittelabfälle im Rest- und Bio-Müll aus Haushalten, 17,5% aus der Außer-Haus-Verpflegung, 12% aus der Produktion und nur rund 8% aus dem Handel. Der Handel hat in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Maßnahmen wie MHD-Verlängerung, Abverkauf oder das Angebot von nicht-perfekten Früchten sowie den Ausbau der Weitergabe an Sozialorganisationen die Lebensmittel im Abfall bereits massiv zurückgedrängt.

Deutliche Reduktionen von Lebensmittelverschwendung wären noch in Haushalten möglich. Spar informiert auch darüber regelmäßig im Kundenmagazin Spar Mahlzeit! und auf der Spar-Website unter www.Spar.at/konsumententipps über Möglichkeiten, die Lebensmittelverschwendung im Haushalt zu reduzieren, wie gezielten Einkauf, richtige Lagerung sowie die Bedeutung von Mindesthaltbarkeitsdaten. Auf Spar.at/mahlzeit können Kunden außerdem Zutaten eingeben, die sie noch in ihrem Kühlschrank haben und erhalten Rezepte zum Reste-Verkochen. (red)

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