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Onlineboom ohne Ende, Amazon weit voraus © APA/dpa/Uli Deck
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Onlineboom ohne Ende, Amazon weit voraus

Eine Studie von EHI und Statista in Kooperation mit dem Handelsverband erfasst die größten Onlineshops in Österreich und der Schweiz.

••• Von Christian Novacek

Auf den E-Commerce-Märkten von Öster­reich und der Schweiz wird das Wachstum prolongiert: Die 250 umsatzstärksten Onlineshops beider Märkte konnten in 2018 zweistellig zulegen. Allerdings: In beiden Ländern findet dieses Wachstum vorwiegend an der Spitze statt; entsprechend bleibt die Marktkonzentration in Österreich und der Schweiz konstant auf hohem Niveau.

„Die Umsätze der Top-250-Webshops wurden mit 3,2 Mrd. Euro in luftige Höhen geschraubt”, konstatiert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Eine halbe Mrd. € mehr als im Vorjahr wurde erzielt, was einer Erlössteigerung von +16,3% entspricht.
Die Top-10-Onlineshops erzielen mit gut 1,6 Mrd. € höhere Umsätze, als die Plätze 11 bis 250 zusammengenommen. „Der Branchenprimus Amazon konzentriert allein ein Viertel aller Umsätze auf sich, noch ohne Berücksichtigung des Marktplatzgeschäfts”, führt Will weiter aus. Er folgert: „Für die meisten der 12.000 restlichen heimischen Austro-Onlineshops bleibt daher wenig vom E-Commerce-Kuchen übrig.”

Online-Boom

Die mehr als 16% Erlössteigerung im heimischen Onlinehandel bekommen im Vorjahresvergleich noch mehr Gewicht; da belief sich die Steigerung nämlich noch auf halbwegs überschaubare 9,2%.

Insgesamt haben die 250 umsatzstärksten Onlineshops 2018 mit physischen Waren im Internet 3,2 Mrd. € (Vorjahr: 2,7 Mrd. €) umgesetzt. Der Löwenanteil entfiel einmal mehr auf die Branchenriesen – insbesondere auf die Top 10, die mit 1,6 Mrd. € gut die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 250 in Österreich erwirtschaftet haben. Die Marktkonzentration blieb somit mit 51,1% etwa auf dem Vorjahresniveau. Angeführt wird das Ranking von amazon.de (719,8 Mio. €), gefolgt von zalando.at (341,8 Mio. €) und universal.at (125,0 Mio. €).

Digital Retail in der Schweiz

Auch in der Schweiz fiel das Umsatzwachstum stärker aus als im Vorjahr: Der Gesamtumsatz der Schweizer Top 250 lag 2018 bei 7,7 Mrd. CHF (7 Mrd. €); damit wurde ein Umsatzplus von durchschnittlich 10,2% erreicht (Vorjahr: 5,2%).

Auch im Digital Retail der Eidgenossen bleibt die Marktkonzentration auf hohem Niveau. Mit 3,6 Mrd. CHF geht knapp die Hälfte (46,1%) des Gesamtumsatzes auf das Konto der Top 10. Allerdings mit einem feinen Unterschied zu Österreich: Mit einem Umsatz von 785,1 Mio. CHF (715 Mio. €) ist zalando.ch erstmals auf Platz 1 vorgerückt und hat den jetzt zweitplatzierten Shop digitech.ch (774,9 Mio. CHF) hinter sich gelassen. Erst auf Platz 3 des Rankings behauptet sich amazon.de mit einem Gesamtumsatz von 466,4 Mio. CHF (424 Mio. €).

Umsatzentwicklung

Auf den Plätzen 51 bis 100 gab es im Ranking der Onlinehändler hierzulande ein kräftiges Lebenszeichen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 17% (Vorjahr: 12,2%). Die Plätze 101 bis 150 sind um 10,5% (Vorjahr: 0,4%) gewachsen.

Auf den Plätzen 151 bis 200 lässt sich hingegen nur ein geringes Umsatzwachstum von 0,6% verorten, was allerdings im Vorjahresvergleich ein positives Zeichen darstellt, denn da waren die kleineren Player mit –17,5% noch schwer unter Druck.
Die Ränge ab 201 verlieren weiter, mit –1,6% allerdings nur leicht. Auch hier ist eine starke Verbesserung zum Vorjahr (–24,4%) gegeben. „Die Shops auf den hinteren Plätzen des österreichischen Rankings scheinen sich zu erholen”, kommentiert demgemäß Nina Langer, Autorin der Studie und Projektleiterin E-Commerce im EHI.
Darüber hinaus zeigt sich der Onlinehandel in Österreich dynamisch. So ist fast jeder fünfte Onlineshop in den Top 250-Onlineshops ein Neueinsteiger. Unter 49 Neueinsteigern ist ein Shop, der es direkt in die Top 50 geschafft hat, vier weitere Anbieter haben es unter die Top 100 geschafft.

Im Schatten der Großen

Auch in der Schweiz weisen die 50 umsatzstärksten Onlineshops das höchste durchschnittliche Umsatzwachstum auf (37,2%), der Vorjahresvergleich liegt bei 25,1%. Um durchschnittlich 14,7% (Vorjahr: 9%) sind die Umsätze der Plätze 51 bis 100 gestiegen.

Die Ränge 101 bis 150 verzeichnen mit im Schnitt 12% ein geringeres Umsatzwachstum als zuletzt (14,6%), die Ränge 151 bis 200 sind mit durchschnittlich 5% nur leicht gewachsen.

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