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Ottakringer schafft mit Del Fabro Umsatzsprung © Ottakringer
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Redaktion 25.09.2018

Ottakringer schafft mit Del Fabro Umsatzsprung

Der Strategiewechsel im Segment Brauereien kostete Erlöse; auch weniger Vöslauer wurde verkauft, heuer kein negativer Pecsi-Effekt mehr.

WIEN. Der börsennotierte Getränkekonzern Ottakringer hat heuer im ersten Halbjahr dank Mehrerlösen durch die Übernahme des Del-Fabro-Getränkehandels einen kräftigen Umsatzsprung hingelegt. Der Bierabsatz sank aber durch einen Strategiewechsel, und auch Vöslauer-Mineralwasser wurde weniger verkauft. Insgesamt wuchsen die Umsätze bis Juni durch eine Akquisition von 109,2 auf 121,2 Mio. Euro.

Im Halbjahr verkaufte die Gruppe rund 1,8 Mio. Hektoliter Getränke, nicht ganz so viel wie im gleichen Zeitraum 2017. Am Gesamtmarkt betrug das Minus bei Bier ein Prozent, bei Mineralwasser 1,7 Prozent. Dass bei Ottakringer im Segment Brauereien 2,4 Prozent Rückgang herauskamen, sei mit dem 2017 eingeleiteten Strategieprozess zu erklären, der "kurz gesagt Qualität und Ertrag vor Menge" setze. Bei Mineralwasser (-1,2 Prozent) habe man sich dem Markttrend nicht ganz entziehen können; weiter gut laufe es hier aber im Export, einem Schwerpunkt.

Von den Erlösen bis Juni resultierten heuer 111,4 (2017: 100,5) Mio. Euro aus Getränkeverkäufen und Warenhandel, konkret aus einem Konsolidierungseffekt aus der Übernahme des "Del Fabro Getränkehandel", hieß es am Montag im Halbjahresbericht. Hintergrund ist die 2017 erfolgte Fusion der beiden zu Ottakringer gehörenden Getränkehändler Kolarik & Leeb GmbH und Del Fabro GmbH zum größten Getränkevollsortimenter Österreich. Durch die Del-Fabro-Übernahme wuchsen die Verkäufe in Handel und Dienstleistungen um 10,4 Prozent.

Operativ verdiente Ottakringer heuer im Halbjahr ähnlich gut wie voriges Jahr. Das EBITDA lag bis Juni bei 14,2 (14,3) Mio. Euro, die EBITDA-Marge bei 11,7 (13,1) Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug 5,4 (5,5) Mio. Euro, die EBIT-Marge 4,5 (5,1) Prozent. Wegen des geringeren Finanzergebnisses lag das Vorsteuerergebnis bei 5,1 (5,7) Mio. Euro.

Beschäftigt wurden vom Ottakringer-Konzern im Berichtszeitraum im Schnitt 836 (727) Mitarbeiter. Den stärksten Anstieg gab es mit samt der Del-Fabro-Übernahme im Segment "Handel und Dienstleistungen" mit jetzt 350 (276) Personen, im Bereich Mineralwasser (Vöslauer) waren 232 (219) Mitarbeiter tätig, im Segment Brauereien 179 (158). Der Anstieg im Segment Brauereien resultierte laut Ottakringer aus der Übernahme von Mitarbeitern aus dem Bereich Handel und Dienstleistungen infolge interner Umstrukturierungen.

Im Ausblick wird erwartet, dass die Umsätze aus dem Verkauf von Bier 2018 gegenüber 2017 leicht wachsen, jene aus dem Verkauf alkoholfreier Getränke aber unter Vorjahr liegen werden. Insgesamt werde der Umsatz im Segment Brauereien geringfügig unter Vorjahr liegen. Im Bereich Mineralwasser werde ein Umsatzwachstum erwartet. In Handel und Dienstleistungen werde 2018 mit keinem organischen Umsatzwachstum gerechnet. Im Gesamtkonzern werden für 2018 höhere Umsätze und ein ähnlich hohes Betriebsergebnis wie 2017 erwartet.

Da es 2018 keine Belastungen mehr aus aufgegebenen Geschäftsbereichen geben wird, werde sich das Konzernergebnis deutlich verbessern. Im Vorjahr hatten der Verkauf und die per 30.6.2017 erfolgte Endkonsolidierung des ungarischen Sorgenkinds Brauerei Pecsi das Konzernergebnis mit rund 3,7 Mio. Euro belastet. (APA)

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