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Pestizid-Rückstände in Lebensmittel haben laut Ages stark abgenommen © APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
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Redaktion 03.09.2019

Pestizid-Rückstände in Lebensmittel haben laut Ages stark abgenommen

Wesentlich unproblematischer als von Bevölkerung angenommen - seit 2010 lediglich zwei Produktrückrufe wegen Pestizid-Rückständen - 2018 keine einzige Probe gesundheitsschädlich.

INNSBRUCK. Rückstände von Pflanzenschutzmittel in Lebensmittel sind wesentlich unproblematischer als von der Bevölkerung angenommen. Die nachgewiesenen Rückstände haben seit 2008 sogar deutlich abgenommen, sagte Thomas Kickinger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit am Freitag bei einer Pressekonferenz.

"Pflanzenschutzmittel werden von Experten gar nicht als Risiko wahrgenommen", erklärte Kickinger. Von der Bevölkerung dagegen schon, wie aus dem "Risikobarometer Umwelt und Gesundheit" der Agentur hervorgeht. Experten dagegen sehen "mikrobielle Belastungen problematischer". Aber auch solche, wie beispielsweise Salmonellen, gehen zurück, versicherte er.

Seit 2010 können von 345 Rückrufen und Warnungen, welche die AGES ausgesprochen hatte, nur zwei auf Rückstände von Pflanzenschutzmittel zurückgeführt werden. Mikrobielle Verunreinigungen waren dagegen in 146 Fällen der Grund für den Rückruf bzw. die Warnung. Auch von den 1.622 im Jahr 2018 bei der AGES untersuchten Proben, wurden lediglich in 2,8 Prozent der Fälle Pestizid-Rückstände über dem Höchstwert nachgewiesen. "Eine Überschreitung der Höchstwerte stellt aber noch keine Gesundheitsgefährdung dar", hielt Kickinger fest.

Dass Lebensmittel in Österreich sicher sind, sagte auch Karin Gromann vom Gesundheitsministerium. Die Europäische Union und die Nationalstaaten würden "permanent" Grenzwerte festlegen, "die so gering wie möglich sind". Die Grenzwerte würden stetig an neue Herausforderungen angepasst. Darunter befinden sich laut Gromann der internationale Handel und Viehverkauf. "Als Europäer bekommen wir es hier mit Lebensmittel zu tun, mit denen wir keine Erfahrungen haben."

Außerdem ergebe sich im Labor die Problematik, dass "wir nach Stoffen suchen, die wir noch nicht kennen", wie etwa bei Lebensmittel außerhalb der EU. Dennoch könne jeder selbst zur Lebensmittelsicherheit beitragen, sagte Gromann. Eine richtige Aufbewahrung, beispielsweise die Trennung von gekochten und rohen Lebensmitteln, sei wichtig. Auch das waschen vor dem Verzehr sowie das Kochen spiele eine Rolle. Die meisten Keime werden durch Erhitzen auf über 70 Grad Celsius abgetötet. (red)

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