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Pläne für weniger Lebensmittelabfälle in Deutschland beschlossen © panthermedia.net / Jason Lovell
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Redaktion 21.02.2019

Pläne für weniger Lebensmittelabfälle in Deutschland beschlossen

Bis 2030 plant die deutsche Regierung eine Reduktion um die Hälfte.

BERLIN. Die deutsche Regierung will die Lebensmittelabfälle verringern und Wirtschaft und Verbraucher dafür stärker einbeziehen. Das sieht eine Strategie von Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) vor, die das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat.

Vorgesehen ist unter anderem, mit Unternehmen, Verbänden, Ländern und Wissenschaft konkrete Maßnahmen auf freiwilliger Basis zu erarbeiten - zum Beispiel bei Lieferprozessen oder mit passenderen Portionsgrößen in Restaurants. Vor allem Jugendliche und junge Familien sollen mit Informationen über das Internet stärker sensibilisiert werden.

Das Regierungsziel ist, Lebensmittelabfälle auf Ebene von Einzelhandel und Verbrauchern bis 2030 zu halbieren. Das soll auch zum Klimaschutz beitragen. Bisher werden laut Studien jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen - von Privathaushalten, in der Lebensmittelbranche, im Handel und der Gastronomie. Auf die Verbraucher entfallen demnach pro Kopf 55 Kilogramm im Jahr.

Im Zuge der Strategie soll auf intelligente Produktverpackungen gesetzt werden. In dieses gemeinsam mit Digitalisierungsexperten entwickelte Projekt würden mehrere Millionen Euro investiert, sagte Klöckner am Mittwoch im "Morgenmagazin" der ARD. Bei solchen Verpackungen könnten Verbraucher etwa an einem Farbverlauf sehen, "wie lange ein Nahrungsmittel noch genießbar ist".

Für einen "verzehrfertigen Apfel" würden 70 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Käse 5.000 Liter, sagte Klöckner. In der Lebensmittelproduktion stecke "so viel drin an Ressourcen, an Energie, an Emissionen", warnte Klöckner, all das werde beim Wegwerfen von Nahrungsmitteln verschwendet. (APA/dpa/AFP)

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