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So verändert die Energiekrise das Konsumverhalten der Österreicher © Unito
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Redaktion 10.11.2022

So verändert die Energiekrise das Konsumverhalten der Österreicher

Wachstumsraten von mehreren 100 Prozent: Suchbegriffe für Artikel, mit denen man sich für den Winter in der Energiekrise rüstet, schnellen in den Shops der UNITO-Gruppe in die Höhe.

WIEN. Österreich dreht das Thermostat runter und fährt den Konsum bei gasfreien Heizalternativen, smarten
Wärmesteuerungen, flauschigen Flanellbettwäschen oder stromsparenden Waschmaschinen hoch.

• Kein Winter wie damals: Der größte heimische Onlinehändler gibt sich bei der Prognose für die Black Week und das Weihnachtsgeschäft zurückhaltend, rechnet aber mit Umsatz über Vor-Corona-Niveau. Plus 534 Prozent bei Infrarotheizungen, plus 181 Prozent bei Elektroheizungen, plus 107 Prozent bei Heizdecken oder plus 95 Prozent bei Flanellbettwäschen – die Wachstumsraten der Suchbegriffe1 im Onlineshop Ottoversand.at belegen: Die aktuelle Energiekrise hat starken Einfluss auf das Konsumverhalten der
Österreicherinnen und Österreicher. „Von den Suchbegriffen, die unsere Kundinnen und Kunden verwenden,
können wir viele Rückschlüsse ziehen, wie Österreich kauft. Wir sind dadurch in der privilegierten Lage, quasi
ein Stimmungsbild der Gesellschaft im Kleinen ableiten zu können“, erklärt Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung der Unito (Otto Österreich, Universal, Quelle, Ackermann, Lascana).

Und was sind nun die wichtigsten Rückschlüsse, die man momentan ziehen kann? Besonders stark nachgefragt werden in den Onlineshops des größten österreichischen E-Commerce-Players gasfreie Heizalternativen, smarte Thermostate, Artikel, die Menschen selbst und ihr Zuhause wärmen, aber auch
energie-effiziente Haushaltsgeräte. „Unsere Kundinnen und Kunden bestellen momentan besonders häufig Heizalternativen – sogar solche, die mit Strom betrieben werden. Die Panik vor dem Frieren in Folge eines Gasstopps scheint größer zu sein als die Angst vor hohen Stromkosten“, stellt Harald Gutschi fest.

Heizdecke in Animal-Print als Verkaufsschlager
Außerdem kuschele sich das Land ein. Die Nachfrage nach dicken Decken, wärmenden Socken und flauschigen Flanellbettwäschen sei laut dem Sprecher der Geschäftsführung der Unito-Gruppe heuer deutlich höher als vor einem „normalen“ Winter. Zudem falle auf, dass durch die aktuelle Energiekrise wieder zu Produkten gegriffen werde, die lange Zeit komplett in Vergessenheit geraten waren. Ein gutes Beispiel dafür sei die Heizdecke, die zurzeit eine wahre Renaissance erlebe. „Das hat uns bei unseren Auswertungen wirklich überrascht. Die Heizdecke ist ja eigentlich etwas, das die meisten von uns nur noch von der Oma kennen. Jetzt ist sie aber wieder da – und das in optisch ansprechender und moderner Interpretation“, führt Harald Gutschi aus. So war etwa eine Variante mit Leopardenmuster in den vergangenen Wochen im Onlineshop von Otto Österreich restlos ausverkauft.

Nicht restlos ausverkauft, aber ebenfalls sehr gut nachgefragt werden in den Unito-Onlineshops aktuell
energieeffiziente Haushaltsgeräte. „Die Sorge vor exorbitant hohen Stromrechnungen forciert offensichtlich den Kauf dieser Produkte. Wir haben auch die Auszahlung des Klimabonus durch den Staat Österreich stark gespürt. Ab Ende des Sommers war das vermehrte Interesse etwa an stromsparenden Kühlschränken und Waschmaschinen deutlich spürbar“, merkt der Sprecher der Geschäftsführung der Unito-Gruppe an.

Zurückhaltende Prognose für Black Week und Weihnachtsgeschäft
Im Vorfeld der nahenden Black Week und auch im Hinblick auf das anstehende Weihnachtsgeschäft gibt man sich beim größten österreichischen Onlinehändler in Sachen Umsatz-Prognosen heuer zurückhaltend. Harald Gutschi erklärt: „Mit der Konsumunlust aufgrund der Teuerung und der Energiekrise hat im Handel momentan jeder zu kämpfen – ganz egal ob stationär oder online. Man darf auch nicht vergessen, dass der
Onlinehandel in den vergangenen beiden Jahren von den Lockdowns profitiert hat. Allein im Vorjahr gab es ab
22. November 20 bundesweite Lockdown-Tage. Wir rechnen aber dennoch damit, dass wir in der Black Week und im Weihnachtgeschäft mit unseren Umsätzen bei Otto Österreich auch heuer wieder über Vor-Corona-Niveau liegen werden.“ (red)

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