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Speiseöl-Geflunker Ludwig Schedl

Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons

Ludwig Schedl

Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons

Redaktion 07.03.2017

Speiseöl-Geflunker

Greenpeace bemängelt Herkunftsinformationen

WIEN. Greenpeace hat die Speiseöle in den österreichischen Supermärkten etwas genauer unter die Lupe genommen. Im sogenannten Greenpeace-Marktcheck wurde nachverfolgt, ob die Ölsorten, die als „heimisch“ deklariert wurden, auch in Österreich angebaut werden. Geprüft wurde das Angebot an Raps-, Sonnenblumen-, Maiskeim-, Kürbis- und Misch-Ölen und deren Herkunft. „Es ist gar nicht so einfach, ein in Österreich produziertes Speiseöl zu finden. Bei einigen Ölen wird eine rot-weiß-rote Banderole mit dem Zusatz 'abgefüllt in Österreich' aufgedruckt. Das garantiert aber noch lange nicht, dass die Öl-Pflanze in Österreich angebaut wird“, kritisiert Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons.

Das Maiskeimöl von Mazola beispielsweise suggeriert mit dem Spruch „Wos von daham kummt, muass ma daham ham“ dass der Inhalt der Flasche in Österreich „abgefüllt und geprüft“ sei. Der Mais jedoch stammt nicht aus Österreich, sondern u.a. aus anderen EU-Ländern oder der Ukraine. Dass die Öl-Pflanze nicht immer aus Österreich oder der EU stammt, kam bei Speiseölen häufiger vor: Bei Rapsölen werden auch Australien, Russland oder Kasachstan genannt, und bei Kernöl wird auch Asien als Herkunft der Kürbiskerne von den Supermärkten angegeben.

Insgesamt stammt laut Greenpeace nur etwa ein Drittel der angebotenen Öle zu 100% aus Österreich. Bei vielen Produkten würde zudem keine Herkunftsinformation angegeben, durch verwirrende Banderolen eine heimische Herkunft suggeriert oder die genaue Herkunft nicht klar gekennzeichnet, so Simons. „Da es oft an der Herkunftskennzeichnung hapert, ist es umso wichtiger, dass sich die Konsumentin und der Konsument nicht durch verwirrende Hinweise hinters Licht führen lassen“, so die Greenpeace-Sprecherin. Testsieger mit dem größten Anteil an Bio- und heimischen Ölen wird MPreis, auf Platz zwei liegen Billa und Unimarkt – alle drei erhalten von Greenpeace ein „Gut“. (ots)

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