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Teurer Supermarkt, billiger Diskonter? © APA / Georg Hochmuth
© APA / Georg Hochmuth

Redaktion 28.09.2017

Teurer Supermarkt, billiger Diskonter?

Der VKI-Einkaufstest zeigt: Die alte Formel gilt nicht mehr.

WIEN. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) packt alle Jahre wieder drei Einkaufskörbe, um den Supermarktketten auf den „Preiszahn zu fühlen“. Für den Preisvergleich wurden die Preise mit dem Stichtag 12. Juli 2017 bei den Lebensmittelketten Billa, Hofer, Interspar, Lidl, Merkur, MPreis, Penny und Spar erhoben. Insgesamt landeten 143 Produkte des täglichen Bedarfs in drei Körben, die in „billigste Produkte“, „Markenartikel“ und „Bio-Produkte“ gruppiert waren. Dabei wurden nur reguläre Preise erfasst, Preisnachlässe, Sonderpreise, Aktionsangebote, Rabatte für Kundenkartenbesitzer oder Ähnliches fanden keine Beachtung.

Der Warenkorb „Billigste Produkte“ die jeweils günstigsten Artikel einer jeden Kategorie. Bei den klassischen Supermärkten sind dies zumeist die Eigenmarken (Handelsmarken); in diesem Produktsegment sind die durchschnittlichen Preisunterschiede im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, sie sind aber immer noch deutlicher als in den anderen beiden Produktgruppen. Insgesamt verteuerte sich der Warenkorb im Vergleich zum Vorjahr, bei einer Supermarktkette lag die Preissteigerung bei beachtlichen 5%.

Dem Warenkorb „Markenartikel“ waren 49 Produkte zugeordnet; in diesem Bereich ist der Vergleich mit den Diskontern (Hofer, Lidl, Penny) nur eingeschränkt möglich, da die Diskonter Markenartikel nur in begrenztem Umfang führen. Die durchschnittlichen Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind bei den Markenartikeln deutlich geringer als bei den Preiseinstiegsprodukten. Auch die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr war in diesem Bereich gering.

Im Warenkorb „Bio-Produkte“ befanden sich 25 Artikel; dieser Warenkorb ist naturgemäß der kleinste, da bestimmte Produkte nicht in Bio-Qualität angeboten werden. Für dieses Marktsegment gilt: Die Produktpalette wächst stetig an, auch wenn das Angebot bei den Diskontern nach wie vor kleiner ist als bei den klassischen Supermärkten. Preislich können die Diskonter aber durchaus mithalten. Eine Tendenz lässt sich ablesen: Im Zeitverlauf wurden die Bio-Produkte günstiger.

„Insgesamt wird deutlich, dass die Zeiten, in denen die Diskonter preislich den Ton angegeben haben, vorbei sind. Die einfache Formel: ‚Supermarkt ist teuer, Diskonter ist billig‘ gilt nur noch bedingt“, resümiert VKI-Projektleiter Walter Hager. „Die Vollsortimenter haben den Preiskampf angenommen und versuchen vor allem mit günstigen Eigenmarken, Territorium zurückzugewinnen. Wer beim Lebensmitteleinkauf wirklich sparen möchte, kommt um einen detaillierten Preisvergleich nicht mehr herum – und muss entsprechend mobil sein, um auf mehrere Anbieter zurückgreifen zu können.“ (red)

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