RETAIL
Vorarlberger Textilinnovation für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert © Mary Rose/Lisa Mathis

Leistet mit seiner Innovation einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation des globalen Textilmarkts im Umgang mit Mensch und Natur: Stefan Grabher, Gründer und Inhaber des Heimtextilien-Spezialisten Mary Rose.

© Mary Rose/Lisa Mathis

Leistet mit seiner Innovation einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation des globalen Textilmarkts im Umgang mit Mensch und Natur: Stefan Grabher, Gründer und Inhaber des Heimtextilien-Spezialisten Mary Rose.

Redaktion 14.07.2020

Vorarlberger Textilinnovation für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert

Die zertifizierte „Cradle to Cradle“-Bettwäsche des Heimtextilien-Spezialisten Mary Rose erfüllt als erste weltweit die strengen Vorgaben und ist biologisch abbaubar.

DORNBIRN. Eine österreichische Produktentwicklung wurde von einem Expertenteam für die Nominierung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 in der Kategorie Design vorgeschlagen. In dieser Wettbewerbskategorie der größten Auszeichnungsverleihung für vorbildliche Nachhaltigkeitsleistungen in Europa werden Gestaltungslösungen prämiert, die erfolgreiche Antworten auf gesellschaftliche Probleme durch ökologische und soziale Innovation liefern.

Dem Vorarlberger Textil- und Handelsunternehmen Mary Rose GmbH mit Sitz in Dornbirn ist es nach vielen Jahren Entwicklung gelungen, eine „Cradle to Cradle“-Bettwäschenlinie zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Das Besondere daran: Die gesamte Bettwäsche ist biologisch abbaubar und wird am Ende ihres Produktlebenszyklus rückstandslos in den biologischen Kreislauf zurückgeführt. Das bedeutet, die abgenutzte Bettwäsche kann auf den Komposthaufen gegeben werden, da sie sich binnen weniger Monate gesamthaft abbaut - übrig bleibt Erde. „Es ist eine schöne Bestätigung unserer jahrelangen Bemühungen, wenn nun das Gremium des Deutschen Nachhaltigkeitspreis mit einer Nominierungseinladung auf uns zukommt“, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Grabher.

Erste Zertifizierung für Heimtextilbranche weltweit
Mit dieser Textilinnovation hat es Mary Rose als erster österreichischer Betrieb und als erstes Heimtextilien-Unternehmen weltweit geschafft, mit seiner Bettwäschen-Linie vom anerkannten Cradle to Cradle Institut mit dem „Gold“-Standard zertifiziert zu werden. Dabei werden neben der biologischen Herkunft der Rohstoffe und deren vollständiger Rückführung in den Materialkreislauf auch der Einsatz von erneuerbaren Energiequellen bei der Produktion, die Maßnahmen zur Wasserreduktion und -qualität sowie die sozialen Arbeitsbedingungen bewertet, unter denen die Produkte hergestellt werden.

Der Design- und Entwicklungsprozess von 100% nachhaltigen Produkten ist sehr diffizil, da die dafür notwendigen Einzelprodukte noch gar nicht existieren. „Das war zu Beginn ein limitierender Faktor und benötigte die Überzeugung unserer Zuliefer- und Partnerbetriebe, sich gemeinsam mit uns auf diesen Entwicklungsschritt einzulassen“, so Grabher. Allein bei der mehrfach zertifizierten und nunmehr nominierten Bettwäsche umfasste die Neuentwicklung alle Bestandteile – vom Stoff aus Bio-Baumwolle, den Nähfaden, Reißverschluss und Knöpfe bis zum Webe- und Produktetikett sowie den Farbpigmenten.
Zertifizierte Nachhaltigkeit auf allen Ebenen
Zusätzlich zur „Cradle to Cradle“-Zertifizierung erfüllt Mary Rose auch Vorgaben der Fair Wear Foundation. Diese Stiftung überprüft regelmäßig, ob das Unternehmen an seinen Produktionsstätten in der Türkei, China und Indien die Richtlinien für bessere Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilindustrie einhält. Darüber hinaus ist die für den Nachhaltigkeitspreis nominierte Produktlinie auch mit dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert, der strenge umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette von biologisch erzeugten Naturfasern vorgibt. Und mit dem Beitritt zum Klimaneutralitätsbündnis hat sich das Unternehmen ebenso zum Ziel gesetzt, den eigenen CO2-Ausstoß bis 2025 komplett zu kompensieren.

Druck auf Produzenten und Handel steigt
Trotz des enormen Aufwandes ist das für Grabher der richtige Weg, um einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation des globalen Textilmarkts im Umgang mit Natur und Menschen zu leisten. Aber auch für die zukünftige Unternehmensentwicklung lohnt sich die strategische Ausrichtung: Das Verlangen der Konsumenten nach Qualitätsprodukten, die nach ethisch-sozialen und umweltgerechten Aspekten hergestellt wurden, steigt rasant. Diesen Druck spüren die Produzenten und der Handel zunehmend – dementsprechend groß ist die Nachfrage nach der neuen Bettwäsche-Linie, die sich nach einer erfolgreichen Einführungsphase vor dem Roll-out-Phase befindet.

Über Mary Rose
Das Unternehmen Mary Rose GmbH wurde 1990 gegründet. Der Spezialist für ethisch-soziale und nachhaltig hergestellte Heimtextilien vertreibt in seinen Flagshipstores in Dornbirn (Mary Rose) und Innsbruck (Tyrler Innsbruck) seine Marken Mary Rose und Mary´s. Über das Schwesterunternehmen Paptex GmbH als Großhändler ist das Unternehmen mit diesen Marken in zahlreichen Geschäften und Kaufhäusern in vielen Teilen Europas präsent. Als Private-Label-Hersteller setzen zahlreiche namhafte Unternehmen und Marken auf die Design- und Textilkompetenz des Vorarlberger Unternehmens. Sämtliche Kollektionen und Designs werden im Atelier in Dornbirn entwickelt. Die Produktion findet bei langjährigen Partnerbetrieben in der Türkei, China und Indien statt, die ebenfalls bereit sind Verantwortung zu übernehmen und verstärkt auf den biologischen Anbau der Rohstoffe sowie auf Umwelt- und Sozialstandards achten. (red)

www.maryrose.at

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL