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Weniger Kälber auf der Straße © Spar/Martin Pröll

Bio-Landwirt Thomas Seyr aus Gutau in Oberösterreich.

© Spar/Martin Pröll

Bio-Landwirt Thomas Seyr aus Gutau in Oberösterreich.

Redaktion 11.11.2021

Weniger Kälber auf der Straße

Neues Tann-Projekt: Ich bleib am Hof – Spar und Sonnberg Biofleisch verringern Kälbertransporte.

WIEN. Mit einem neuen Projekt wollen der Spar-Fleischverarbeitungsbetrieb Tann und Sonnberg Biofleisch gemeinsam mit 120 Bäuerinnen und Bauern den Anteil der Kälberexporte verringern. Mit dem Programm „Ich bleib am Hof“ werden die Biokälber zukünftig auf Höfen im Mühl-, Wald- und Mostviertel aufgezogen und mit hofeigener Biomilch gefüttert. Zudem verpflichten sich die Landwirtinnen und Landwirte, auf den Export aller Tiere zu verzichten. Das hervorragende Bio-Kalbfleisch gibt es ab sofort als Spar Natur*pur Bio-Kalbs-Faschiertes bei Interspar und Maximarkt. Eine Ausweitung des Sortiments auf ganz Österreich ist, abhängig von der Nachfrage der Konsumente, in Planung.

Mehr als 100.000 Kälber importiert Österreich pro Jahr in Form von Kalbfleisch, während gleichzeitig rund 50.000 heimische Kälber exportiert werden. Dieser Praxis versucht Spar nun gemeinsam mit dem Unternehmen Sonnberg Biofleisch aus dem Mühlviertel mit dem Projekt „Ich bleib am Hof – Bio-Vollmilch-Mastkalb“ entgegenzuwirken. „Uns ist es ein Anliegen, dass die Biokälber so lange als möglich am Hof bleiben dürfen und es zu keinem Export dieser Kälber kommt. Daher sind wir froh, dieses wir dieses Projekt von Sonnberg Biofleisch und den heimischen Biobauern umsetzen können“, ist der für Tann zuständige Spar-Vorstand Hans K. Reisch erfreut.

Qualitätsprodukt aus den Bioregionen Mühl-, Wald- und Mostviertel
120 Landwirte aus dem Mühl-, Wald- und Mostviertel sind bereits Partner des Projekts. Manfred Huber, Geschäftsführer Sonnberg Biofleisch, erklärt das Ziel von „Ich bleib am Hof“: „Wir wollen eine Alternative für Bio-Milchbetrieb schaffen, damit die Kälberfütterung wirtschaftlich sinnvoll ist und dadurch der Export von Bio-Kälbern gänzlich vermieden werden kann. Viele Landwirtinnen, die das nicht mehr mitmachen wollten, sind inzwischen bei unserem Projekt dabei. Die Landwirte sind froh, dass sie nun Gewissheit haben, dass ihre Kälber am Hof groß werden dürfen und auch der erhöhte Aufwand wie für die Biomilch abgegolten wird.“ Die Kriterien für das neue Qualitätsprodukt sind hoch. Die Bio-Kälber werden von Geburt an in der Mast verwendet und erhalten ausschließlich hofeigene Biorohmilch. Das bedeutet, dass die frisch gemolkene Rohmilch an die Kälber verfüttert wird. Durch das Projekt können, laut Sonnberg Biofleisch, rund 800 Kälber pro Jahr dort aufwachsen, wo sie geboren wurden und müssen nicht transportiert werden.

Auf die Konsumentinnen und Konsumenten kommt es an
Dass die Anzahl der Kälber steigt, die am Hof aufwachsen können liegt in der Hand der Konsumente. Das Fleisch von Biokälbern, die ausnahmslos mit hofeigener, österreichischer Biovollmilch gefüttert werden, stellte bisher eine Marktlücke dar. Die Partner sowie Landwirtinnen des Projekts „Ich bleib am Hof“ sind aber davon überzeugt, dass dieses Premiumprodukt erfolgreich sein wird. „Bio-Kalbfleisch hat bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert, und wir hoffen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten, dieses neue Produkt auch dementsprechend schätzen“, sagt Spar-Vorstand Reisch und ergänzt: „Nur durch eine starke Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden können wir dieses Projekt ausweiten und zukünftig mehr Produkte anbieten und die Kälber vor dem Transport ins Ausland schützen.“ Neben dem neuen Spar Natur*pur Bio-Kalbs-Faschiertem gibt es bereits Spar Natur*pur Bio-Kalbschnitzel aus diesem Projekt exklusiv bei Spar. (red)

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