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Wenn aus Kunden Gäste werden © Billa AG / Christian Dusek

Setzt ebenfalls auf Snacken im Supermarkt: Billa.

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Setzt ebenfalls auf Snacken im Supermarkt: Billa.

Redaktion 10.04.2018

Wenn aus Kunden Gäste werden

EHI veröffentlicht Studie zur Handelsgastronomie in Deutschland.

KÖLN. Kunden bekommen in vielen Geschäften mittlerweile weit mehr geboten als das jeweilige Fachsortiment. Eine wachsende Zahl an Händlern setzt auf gastronomische Angebote. Damit möchten die Händler besonders eine Wohlfühl-Atmosphäre für ihre Kunden schaffen, denn wer seinen Aufenthalt genießt, verweilt länger und kommt gern wieder. Bei einem jährlichen Bruttoumsatz der Handelsgastronomie von derzeit über neun Mrd. € in Deutschland plant der Handel, auch zukünftig zu investieren – an erster Stelle steht dabei der Ladenbau, sagt ein Großteil der Händler, die im Rahmen der Studie „Handelsgastronomie in Deutschland 2018“ befragt wurden.

Mehr Geld für Genuss
Ein modernes Ambiente mit Wohlfühl-Atmosphäre möchten Handelsunternehmen ihren Kunden bieten und dabei einen möglichst individuellen Gesamteindruck hinterlassen. Dafür planen 82% der Befragten, kurz- bis mittelfristig in Ladenbau-Maßnahmen zu investieren. Hier ist auch die Ausstattung relevant, die im direkten (Sicht-)Kontakt zum Kunden steht, wie beispielsweise die Kühltechnik und -theken (59%) oder Frontcooking-Einheiten (55%). Andere Schwerpunkte sind Digitalisierung und Software wie Warenwirtschaftssysteme (59%). Dass sich der Aufwand lohnt, steht für 74% der Interviewten außer Frage – sie messen der Handelsgastronomie eine hohe bzw. sehr hohe Bedeutung bei.

Höhere Loyalität
Der Durchschnittsbon eines Kunden für handelsgastronomische Angebote beträgt 6,67 €. Dabei liegt der Lebensmittelhandel mit 6,88 € pro Gast vorn, wohingegen sich der Nonfood-Handel derzeit bei 6,47 € bewegt. Neben dem Umsatz, den die Handelsgastronomie bringt, ist für Händler die höhere Loyalität der Kunden ein wichtiges Argument. Mit verschiedenen Events wie Themenabenden zu Wein, Whiskey oder Käse können außerdem frequenzschwache Tage belebt werden. "Einkaufen wird immer mehr zur Freizeitbeschäftigung, und Geschäfte übernehmen verstärkt soziale Funktionen als Treffpunkte für Menschen“, so Olaf Hohmann, Geschäftsleitung und Leiter des Forschungsbereichs Handelsgastronomie beim EHI. „Gastronomie ist deshalb für viele Händler Teil eines ganzheitlichen Ansatzes, verbunden mit einer Investition in die Zukunft ihres Unternehmens“. (red)

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