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Wiesbauer erreicht Vorjahres-Niveau © Wiesbauer
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Redaktion 17.01.2022

Wiesbauer erreicht Vorjahres-Niveau

Wiesbauer erzielte 2021 einen Gruppenumsatz von 185 Mio. Euro und konnte damit – in einem sehr schwierigen Marktumfeld – das Vorjahresergebnis halten.

WIEN. Aufgrund der weiter anhaltenden Coronapandemie war das vergangene Jahr – wie auch schon das Jahr davor – durch zahlreiche Herausforderungen geprägt. Neben den aufwendigen Schutz- und Hygienemaßnahmen sowie dem allgemeinen Arbeitskräftemangel hat Wiesbauer mit starken Preiserhöhungen bei den Produktnebenkosten zu kämpfen.
Trotz aller Schwierigkeiten hat das Unternehmen das Jahr 2021 erfolgreich gemeistert: Wiesbauer konnte sich gut behaupten und mit einem Gruppenumsatz von 185 Mio. € das Vorjahresniveau weitgehend halten (2020: 186 Mio. €). „Das ist in dieser schwierigen Zeit als Erfolg zu werten und verdankt sich unserem guten Krisenmanagement“, erklärt Geschäftsführer Thomas Schmiedbauer.

Mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes (105 Mio. €) entfällt auf den Wiener Stammbetrieb, die Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH. Bei Wiesbauer Gourmet in Niederösterreich konnte das Ergebnis auf 52 Mio. € sogar leicht gesteigert werden. Dennoch ist der Gastro-Fleischspezialist weiterhin sehr schwer von den gesetzlichen Schließungen und Einschränkungen der Gastronomie betroffen. Den Rest des Umsatzes teilen sich Wiesbauer-Dunahus in Ungarn (18 Mio. €) und die im Salzburger Land beheimatete Landmetzgerei Senninger (10 Mio. €).

Enormer Kostendruck
Leider stehen jedoch der zufriedenstellenden Ertragssituation explodierende Kosten in der Produktion gegenüber, die kaum mehr überlebenssichernde Gewinnmargen zulassen. Neben den Rohstoffpreisen sind zuletzt insbesondere die Kosten für Verpackungen, Logistik und Energie extrem stark gestiegen – und sie steigen weiter. Allein die Kosten für Strom und Gas werden sich aufgrund von Tarifanpassungen dieses Jahr für Wiesbauer fast verdoppeln.

Große Sorge bereitet dem Geschäftsführer außerdem die fehlende Verfügbarkeit von Verpackungsmaterialien. Nicht nur, dass die Preise für Kartonagen und Folien um 30% (!) gestiegen sind, es kommt aufgrund des weltweit steigenden Verbrauchs auch immer öfter zu Lieferschwierigkeiten. Das führt zu fehlender Planbarkeit. „Kürzlich musste ich bei einem bestehenden Auftrag, zu ohnehin schon erhöhten Preisen, eine zusätzliche Preiserhöhung von 14 Prozent akzeptieren – für eine Folien-Bestellung im September 2021, die noch dazu erst im kommenden Februar geliefert wird. Aber hätte ich mich geweigert, würde ich das nötige Verpackungsmaterial gar nicht bekommen und könnte somit keinen Kunden wunschgemäß mit Produkten beliefern“, erzählt Thomas Schmiedbauer.


Dringende Preiserhöhungen notwendig
Die Auswirkungen der extremen Kostensteigerungen kommen jetzt zu Jahresbeginn erst so richtig zum Tragen. Deshalb sind Preiserhöhungen im Handel unumgänglich und essenziell für die gesamte Nahrungsmittelbranche. Sonst werden einige heimische Hersteller dem Kostendruck nicht standhalten können. „Preisanpassungen sind notwendig für die Beständigkeit und Sicherung der Qualität – denn bester Geschmack ist die oberste Priorität bei Wiesbauer. Bei all unseren Produkten ist eine Preissteigerung von ca. acht bis zehn Prozent notwendig, um weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können“, so Schmiedbauer. Sollten in den nächsten Wochen auch noch die Rohstoffpreise steigen, wäre ein noch deutlich höherer Aufschlag nötig.

Schmiedbauer appelliert deshalb an die Handelspartner für eine faire Preisgestaltung und blickt trotz allem zuversichtlich in die Zukunft: „Mit unserer Expertise und dem täglichen unermüdlichen Einsatz unserer insgesamt 770 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wir die Situation auch 2022 erfolgreich meistern.“ (red)

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