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Female Future Festival: Empowerment für Frauen © Stefan F. Mayr
© Stefan F. Mayr

Redaktion 13.09.2019

Female Future Festival: Empowerment für Frauen

Am 24. Oktober dreht sich in Wien alles um Jobs, Zukunft, Innovation und Karriere. Die Organisatorinnen im Interview.

••• Von Britta Biron

Es gibt zwar schon eine Reihe von Karriere-Messen, Bedarf für ein zusätzliches Format sehen Patricia Zupan und Verena Eugster, die beiden Organisatorinnen des Female Future Festivals, das im April erstmals in Bregenz stattgefunden hatte und am 24. Oktober in der Metastadt in Wien über die Bühne gehen wird, trotzdem. Vor allem für eines, das sich in erster Linie gezielt an Frauen wendet.

Nicht, weil sich deren berufliche Wünsche und Vorstellungen so stark von jenen der Männer unterscheiden, sondern weil sie sich noch immer mit schwierigeren Rahmenbedingungen konfrontiert sehen.

Nur kleine Fortschritte

Trotz grundsätzlicher Gleichstellung kann von einer echten Gleichberechtigung noch lange keine Rede sein. Laut dem aktuellen Mixed Leadership Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY stieg die Zahl der weiblichen Vorstandsmitglieder in Österreichs börsennotierten Unternehmen seit dem Vorjahr von 13 auf 15, was einer aktuellen Frauenquote von gerade einmal 7,3 Prozent entspricht.

Deutlich flotter geht der Gender Shift in den Aufsichtsräten, denen Anfang 2018 eine 30%-Quote verordnet worden war und die dieser mit derzeit 25,9% schon recht nahe kommen.
Für Zupan ein Beweis, das die oft kritisierte Quote dringend notwendig ist, um deutlich mehr Frauen als heute den Weg in Schlüsselpositionen zu erleichtern.
Natürlich wenden sich auch andere Berufsmessen und Karriere-Event an Frauen, „aber dabei stehen meist bestimmte Rollen im Fokus, wie zum Beispiel die Karrierefrau, die berufstätige Mutter, die Studentin oder die Start-up-Gründerin”, erklärt Zupan. Das Female Future Festival beschäftigt sich dagegen mit allen Themenbereichen, die für Frauen in den unterschiedlichsten Lebensphasen interessant und relevant sind.

Viele Inspirationen

„Als Unternehmerinnen arbeiten wir mit vielen Frauen zusammen und spüren oft das enorme Potenzial. Da fragen wir uns immer, warum wagen Frauen nicht den nächsten Schritt? Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass oft der Mut und das Selbstbewusstsein fehlen. Und genau hier setzt unser Konzept an. Das Female Future Festival ist ein Tag voller Inspiration für alle und ohne Ausgrenzung. Ein Event, der fit für die berufliche Zukunft macht, das Selbstvertrauen stärkt, ganz neue Ansätze und Ideen zeigt und vielleicht genau den einen entscheidenden Schubser gibt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Besucherinnen bereits in ihrem Job etabliert sind, als Einsteigerinnen ihre ersten Schritte machen oder nach der Elternzeit ihren Wiedereinstieg planen.”

Vorbildfunktion

Für dieses umfassende Empowerment reichen theoretische Informationen natürlich nicht aus. „Warum sich Frauen weniger zutrauen, liegt in vielen Fällen auch daran, dass im Alltag noch immer die Vorbilder fehlen”, weiß Zupan.

An solchen Role Models mangelt es am Female Future Festival daher nicht. Mehr als 30 Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland haben zugesagt – „alles Menschen, die mit ihren Geschichten berühren, die etwas bewegen und authentisch sind, mit allen Höhen und Tiefen, die ein Leben so bieten kann”.

Vernetzung macht sichtbar

Trailrunnerin Gela Allmann, die im April 2014 während eines Skitouren-Fotoshootings auf Island 800 Höhenmeter in die Tiefe stürzte und von ihrem harten Weg zurück erzählt; Designerin Lena Hoschek, die mit ihrer Mode den internationalen Durchbruch geschafft hat; Tijen Onaran, die mit ihrer Agentur startup affairs Unternehmen in der Öffentlichkeitsarbeit sowie bei Aufbau und Pflege von Communities berät und mit ihrer Initiative Global Digital Women die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der Digitalbranche fördert; Lena Papasabbas, die sich als Zukunftsforscherin mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft beschäftigt und Trends wie den demografischen Wandel oder den Gender Shift untersucht – und Verena Enzenhofer, die auf ihrem Blog „MamaWahnsinnHochVier” beschreibt, wie man mit Gelassenheit und Verzicht auf Perfektion die Herausforderungen des Familien­alltags meistern kann.

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