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Arbeiten mit und im System © medianet/Joe Haider (3)

Selbstständig sein – mit einer etablierten sowie geschützten Marke auftreten wie ein Großkonzern mit Unterstützung durch den Franchise-Geber.

© medianet/Joe Haider (3)

Selbstständig sein – mit einer etablierten sowie geschützten Marke auftreten wie ein Großkonzern mit Unterstützung durch den Franchise-Geber.

Helga Krémer 02.11.2018

Arbeiten mit und im System

Selbstständig sein mit Sicherheitsnetz? Ja, bitte. Über Franchising und seine Vorzüge diskutierte der medianet Round Table.

••• Von Helga Krémer

Beim Franchising stellt ein Konzessionsgeber (Franchise-Geber) einem Konzessionsnehmer (Franchise-Nehmer) die (regionale) Nutzung eines gelabelten Geschäfts­konzepts gegen Entgelt zur ­Verfügung, weiß Wikipedia.

Besser weiß es naturgemäß jemand, der entweder damit arbeitet oder der beide Seiten vertritt. Am besten wissen es hier junge Systeme wie Soluto; Systeme mit Erfahrung wie Das Futterhaus oder ­Unimarkt; und natürlich der Österreichische Franchise-Verband. „Auch wenn es so in ­Wikipedia steht, die Formulierung ist eigentlich irreführend, denn es wird nicht die Konzession im Sinne einer behörd­lichen Genehmigung vergeben – die beantragt jeder selber –, sondern eine Franchise-Lizenz”, korrigiert ­Barbara Rolinek, Generalsekretärin ­Österreichischer Franchise-Verband.

Besser gemeinsam als allein

„Es ist kein Geheimnis, wie schwierig es für ein kleines Unternehmen ist, zu überleben, gerade im Handwerk. Da ist man gemeinsam besser dran. Nicht nur wegen der Auslastung; der Handwerker hat auch das Back-up, selbst wenn er ausfällt, er kann sich auf einen anderen Franchise-Nehmer verlassen”, sagt Irena Pfaffl, Franchise-Operations, Marketing- & Salesservices bei der Soluto Vertriebs GmbH, und führt aus: „Es gibt natürlich Gebietsschutz, Kundenschutz. Aber: Man ist nicht allein. Man sitzt im selben Boot. Ich glaube, das ist eines der wichtigsten Prinzipien im Franchising, dass alle gemeinsam besser sind, als einer allein. Das gilt im Handel, in der Systemgastronomie, in allen Systemen.”

Oft sei, so Andreas Haider, Geschäftsführer der Unimarkt Gruppe, die Zielgruppe eines Franchise-Systems sehr stark Fachexperten-lastig: „Die haben die Expertise in dem, was sie tun. Die haben keine oder kaum Expertise im ganzen administrativen Bereich – und da wirkt dann das System zentral ein, entwickelt Module, Abrech­nungen, Aufzeichnungen, die sich einer allein nie leisten kann.”
Wobei es sich da nicht nur ums Leisten drehe, wirft Das Futterhaus Österreich-Geschäftsführer Norbert Steinwidder ein: „Es ist auch eine Frage: ‚Wo sind meine Stärken?' Ich bin ja vielleicht gerade deshalb Handwerker geworden, damit ich nicht Buchhaltung machen muss.”

Viel oder wenig arbeiten

Zudem sei, so Steinwidder, zwischen zwei Arten von Franchise-Nehmern bzw. -Partnern zu unterscheiden: „Bei uns im Futterhaus haben sich folgende herauskristallisiert: jene, die sagen, ‚Ich bin jetzt selbstständig, will aber trotzdem viel arbeiten, damit es sich monetär auszahlt und ich mehr verdienen kann', und jene, die die Meinung vertreten, als Selbstständiger eben nicht ständig im Laden stehen zu müssen. Die nehmen – wenn es das Geschäft trägt – lieber einen weiteren Mitarbeiter auf.”

„Die Grundfrage ist doch: ‚Bin ich ein Franchise-Unternehmer-Typ oder ein ‚Selfmade-Unternehmer?'”, meint Haider. „Zum Franchise-Unternehmer-Typ passen Eigenschaften wie emsig, gewissenhaft, vertriebsorientiert, Teamplayer, Fairness. Wir bei Unimarkt brauchen Menschen mit Begeisterung, die kommunikativ sind, die sich regional vernetzen – das sind die speziellen Ausprägungen unseres Systems.” Im Allgemeinen habe Franchise eine breite Basis – vom Wiedereinsteiger bis zum arrivierten Manager, der den nächsten Schritt setzten möchte.
„Wenn man sich selbstständig machen und dabei nicht ganz auf sich allein gestellt sein möchte, dann ist Franchising die optimale Lösung dazu”, ist Natascha Lazar, Kommunikation und PR, Österreichischer Franchise-Verband, überzeugt. So verfüge man als Franchise-Nehmer über ein Sicherheitsnetz durch die Unterstützung der System-Zentrale und laufende Begleitung und Beratung. Nicht unwesentlich: Man erhält auch Zugang zu einer bereits bestehenden, etablierten ­Marke!

Sicherheit und Freiheit

„Als Franchise-Nehmer sollte man die Kraft des Systems zu schätzen und zu nutzen wissen”, bricht Rolinek die erforderlichen Eigenschaften eines Franchise-Nehmers aufs Generelle herunter.

Dieses Spiel zwischen Sicherheit und Freiheit brauche ganz viel Klarheit, erklärt Rolinek, und meint wegweisend: „Wenn Sie auf der Suche nach dem passenden System sind, dann sind Sie bei uns richtig. Sie sind aber auch bei uns richtig, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Franchise – als Geber oder Nehmer – überhaupt zu Ihnen passt. Wir finden es dann gemeinsam heraus.”

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