HEALTH ECONOMY
130.000 mit Demenz © panthermedia.net/alexraths

Pflegende Angehörige werden in Österreich noch zu wenig unterstützt, sagen Interessenvertreter.

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Pflegende Angehörige werden in Österreich noch zu wenig unterstützt, sagen Interessenvertreter.

Redaktion 20.09.2019

130.000 mit Demenz

Schwerpunkt Demografie – Teil 3 Kommenden Sonntag ist Welt-Alzheimer-Tag; Experten fordern Hilfe für Angehörige.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Weltweit sind rund 50 Mio. Menschen an Demenz erkrankt; allein in Österreich sind rund 130.000 Menschen von Hirnleistungsstörungen betroffen, rund 100.000 davon leiden an Morbus Alzheimer. Aus Anlass des Welt-Alzheimer-Tages fordern nun österreichische Experten mehr Prävention und vor allem mehr Hilfe und Unterstützung für pflegende Angehörige.

Hohe Folgekosten

„Es gibt zwar noch keine kausale, aber doch symptomatische Therapien gegen Alzheimer und eine Reihe von vorbeugenden Maßnahmen. Darauf möchten wir aufmerksam machen”, sagt Peter Dal Bianco, Präsident der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖÄG). „Die Zahl der Betroffenen und die hohen Folgekosten von derzeit mehr als zwei Mrd. Euro pro Jahr in Österreich werden sich aufgrund der steigenden Lebenserwartung bis 2050 mehr als verdoppeln. Wir fordern, dem Thema Alzheimer weiter die nötige Aufmerksamkeit zu widmen”, stellten die Alzheimer Gesellschaft und die Vereinigung der Neurologen fest. Die Angehörigen von Alzheimer-Patienten bräuchten bestmögliche Unterstützung. Wir müssen dafür sorgen, dass die bestehenden Hilfsangebote noch praxistauglicher werden und wirklich bei den Betroffenen ankommen”, betonte ÖGN-Präsident Eugen Trinka von der Universitätsklinik Salzburg.

„Mit multimodalen Therapien zur Alzheimerprävention kann man zwar keine Wunder bewirken. Aber die ersten Ergebnisse der sogenannten ‚Finger'-Studie zeigen: Mehr Bewegung, Konditionstraining, gesunde Ernährung, soziale Interaktion und Überwachung von vaskulären Risikofaktoren können die Auswirkungen der Alzheimerhirnveränderungen abmildern”, berichtete Dal Bianco.
Ein Problem für pflegende Angehörige bestehe in der Einstufung der Pflegegeldstufe, da die Schwere der Erkrankung oft falsch eingeschätzt wird. Bereits in der Vorwoche hat anlässlich des ersten Aktionstages der Pflegenden Angehörigen die Interessengemeinschaft Rechtsanspruch auf Pflegekarenz, Pflegekarenzgeld für Selbstständige sowie mehr Rechtssicherheit für Eltern mit chronisch kranken Kindern.

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