HEALTH ECONOMY
Industrie will Bezahlung für Therapieerfolge © panthermedia.net/Lev Dolgachov
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Martin Rümmele 27.01.2017

Industrie will Bezahlung für Therapieerfolge

Die Pharmaindustrie denkt über Pay-for-Performance-Modelle nach. Nicht alle freut das.

••• Von Martin Rümmele

DAVOS/WIEN. Die Pharma­industrie will Image- und Preisdiskussionen mit einer Geld-zurück-Garantie bekämpfen. Am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wirbt Novartis-Chef Joe Jimenez für ein neues Preis­system, bei dem Arzneien bezahlt werden, wenn sie wirken – nach dem Prinzip Pay for Performance.

Debatte über hohe Preise

Die jüngsten Kontroversen über Medikamentenpreise hätten die Reputation der Pharmaindustrie weiter geschädigt, sagt Jimenez. Die Branche müsse sich stärker bemühen, zu zeigen, dass sie ihr Geld auch wert ist.

Um das zu erreichen, schlägt der Chef des Basler Pharma­riesen eine Änderung im Preissystem vor: Die Pharmaindus­trie soll sich für die Wirksamkeit ihrer Therapien bezahlen lassen anstelle für die Zahl der verkauften Pillen. Viele Dinge, die das Gesundheitswesen wertvolle Dollars kosteten, hätten nur eine geringe Wirkung auf den Patienten. „Wir müssen uns auf jene Interventionen konzentrieren, die den höchsten Nutzen bringen.”
Eine Studie schätze, die Kosten im US-Gesundheitssystem könnten um einen Viertel gesenkt werden, wenn wirkungs­lose Behandlungen gestoppt werden könnten, schreibt ­Jimenez weiter. „Wir müssen den Fokus der Diskussionen auf den Wert und die Resultate lenken anstatt auf isolierte Kosten von Therapien.” Die Pharmaindustrie ginge damit zwar ein höheres Risiko ein. Auf kurze Sicht könnten die Kosten eines solchen Systemwandels die Aktionäre beunruhigen. Aber um Nachhaltigkeit für das Gesundheitssystem zu erreichen, müsse man langfristig denken. Der Wechsel werde größere Transparenz schaffen.
Die Pharmaindustrie steht unter wachsendem Druck. Zuletzt waren in den USA die hohen Medikamentenpreise ein wichtiges Thema im Wahlkampf. Auch in Europa und Österreich wurden die Preis kritisiert. Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Branchenverbands Pharmig, ist dennoch skeptisch. Das System funktioniere nur, wenn eine Therapietreue bei Patienten gegeben sei. Genau das sei aber schwer. „Nicht die Industrie behandelt die Patienten, sondern die Ärzte. Die Frage ist also, wie wir die Therapietreue kontrollieren können.”

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