HEALTH ECONOMY
„Raum schaffen für Innovationen” © medianet

Daiichi Sankyo Austria-Geschäftsführer Reiberg: „Geschäftsmodell ist auf Bedürfnisse unserer Interessensgruppen abgestimmt.”

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Daiichi Sankyo Austria-Geschäftsführer Reiberg: „Geschäftsmodell ist auf Bedürfnisse unserer Interessensgruppen abgestimmt.”

Martin Rümmele 01.04.2016

„Raum schaffen für Innovationen”

Serie Österreichische Pharmaunternehmen im Portrait Teil 8 – Daiichi Sankyo bringt neues Produkt zur Blutgerinnung auf den Markt und erwartet Umdenken im System.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Das japanische Pharma­unternehmen Daiichi Sankyo forciert die Vermarktung des oralen Antikoagulans „Lixiana” (Edoxaban) in Europa; der Konzern geht dazu mit MSD für die Länder Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Ungarn, Island, Norwegen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Schweden eine Kooperation ein. Das japanische Unternehmen hat in diesen Staaten keine eigene Tochtergesellschaft und deshalb die Vermarktungsrechte dort an MSD übertragen. In Österreich laufen in naher Zukunft die Gespräche für eine Erstattung mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger an, sagt Daiichi Sankyo-Austria-Geschäftsführer Manuel Reiberg. Edoxaban ist ein einmal täglich einzunehmender, direkter Faktor Xa-Hemmer. Der Faktor Xa ist ein wichtiger Faktor in der Gerinnungskaskade, das heißt das Blut wird durch die Hemmung verdünnt und weniger gerinnungsanfällig.

Reiberg will hier auch künftig mit den Krankenkassen in stärkere Interaktion treten, sagt er im Hinblick auf die jüngsten Diskussionen um den Rahmen-Pharmavertrag und Rabatte der Industrie für die Kassen. „Es ist noch zu wenig in den Köpfen unserer Industrie angekommen, dass eben unser größter Kunde die Zahler sind; wir müssen einfach künftig gemeinschaftliche Lösungen finden.”

Dialog mit den Kassen

Die Industrie habe einen hohen Standard bei Massentherapien geschaffen. Gerade bei Innovationen werde aber die Beurteilung immer schwieriger, sagt Reiberg. Das Ziel der Industrie sei ja nicht ausschließlich, Profite zu erwirtschaften, sondern eben einen Gesellschaftlichen Nutzen zu stiften. „Wir investieren viel in die Erforschung neuer Therapien und Therapieoptionen.” Die Bewertung des Nutzens werde für die Erstatter aber immer schwieriger. Gerade deshalb sei es aber wichtig, nicht nur auf Kosten zu schauen, sondern medizinisch-therapeutische Notwendigkeiten ins Zentrum zu rücken und auch gemeinsam zu entwickeln, sagt der Pharmamanager, dessen Unternehmen durch den neuen Rahmenvertrag heuer zehnmal so viel an die Kassen zahlen muss, wie davor. Reiberg: „Wichtig ist, dass die Reserven im System verwendet werden, um Raum für neue Innovationen zu schaffen.”

Neues Wachstum

Daiichi Sankyo hält nicht nur sein Portfolio an bereits auf dem Markt befindlichen Pharmazeutika zur Behandlung von Hypertonie, Hyperlipidämie und bakteriellen Infektionen kontinuierlich aufrecht, sondern arbeitet zudem auch an Behandlungsoptionen für Patienten mit Gefäßerkrankungen und beschäftigt sich intensiv mit der Erforschung neuer Krebs-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechseltherapien; der neue Faktor Xa-Hemmer soll hier in jedem Fall das Wachstum beschleunigen, hofft Reiberg.

Der Pharmakonzern wurde 2005 durch die Fusion der japanischen Unternehmen Daiichi und Sankyo gegründet. Die vielversprechende Entwicklungspipeline ist das Ergebnis einer Leidenschaft für Innovation. 16.000 Mitarbeiter in über 20 Ländern tragen dazu bei, dass Daiichi Sankyo Patienten wirksame Therapien anbieten kann. „Unser Geschäftsmodell ist auf die Bedürfnisse unserer Interessensgruppen im Gesundheitsbereich abgestimmt”, sagt der Country-Manager. In den kommenden Jahren erwartet er sich neue Produkte aus der Onkologie-Pipeline und zunehmendes Wachstum im Spitalsbereich; dazu werde auch die interne Organisation weiterentwickelt, sagt Reiberg im medianet-Interview.

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