HEALTH ECONOMY
Zu wenig Spin-offs © APA/AFP/Julien de Rosa

Universitäre Spin-offs brauchen nicht nur ein passendes Forschungsumfeld, sondern auch Investoren.

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Universitäre Spin-offs brauchen nicht nur ein passendes Forschungsumfeld, sondern auch Investoren.

Redaktion 26.11.2021

Zu wenig Spin-offs

Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es in Österreich rund um heimische Unis relativ wenige Spin-offs und Start-ups.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Wesentlich bei akademischen Spin-offs ist, dass die Gründung auf der Basis von neuen wissenschaftlichen Verfahren oder der Nutzung von Forschungsergebnissen der Universität beruht. Die Finanzierung erfolgt meist durch die Gründer, öffentliche Förderungen, Risikokapitalgeber oder Banken. Die Suchmaschine Google ist etwa ein Spin-off der Stanford University in Kalifornien. Die Universität trennte sich aber kurz nach dem Börsengang von ihren Aktien. Im österreichischen Gesundheitswesen gibt es auch solche Spin-offs – im internationalen Vergleich aber wenig.

Erfolge im Vorjahr

Im Jahr 2018 übernahm etwa der deutsche Pharmakonzern Boehringer Ingelheim das Biotechunternehmen ViraTherapeutics – ein Spin-off der Medizinischen Universität Innsbruck – um 210 Mio. €. Ein anderes Beispiel ist die Firma der Biotechfirma Themis Bioscience, die im Vorjahr an den Pharmariesen MSD verkauft worden ist.

Seit vergangenem Jahr wollen der österreichische Investor und ARM-Mitgründer, Hermann Hauser, und der Risikokapitalgeber Herbert Gartner (eQventure) mit der Initiative Spin-off Austria die Situation verbessern. Unis und FHs müssten Unternehmensbeteiligungsgesellschaften etablieren, um ihre Spin-off-Beteiligungen zu managen, sagte Hauser. Am Dienstag fand eine Online-Konferenz zu Spin-offs unter anderem mit Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci statt.
Um langwierige Verhandlungen zwischen Bildungseinrichtungen und Spin-off-Gründern im Hinblick auf geistiges Eigentum zu vermeiden, sollten Universitäten und Fachhochschulen wie im angloamerikanischen Raum fünf bis zehn Prozent der Firmenanteile erhalten, sagte Hauser. Als positives Beispiel in Österreich sieht er die Universität Innsbruck. Dort gibt es seit 2008 eine Unternehmensbeteiligungsgesellschaft, die sich an kommerziell ausgerichteten Spin-offs der Universität beteiligt. Die Spin-off Austria-Initiative will dazu beitragen, dass bis 2030 in Österreich 1.000 neue Spin-offs und Start-ups rund um Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen entstehen.

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