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Aus salzig wird süß © Siemens

Die weltweit erste solarbetriebene Großanlage zur Meerwasserentsalzung dient als wichtiges Leuchtturmprojekt.

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Die weltweit erste solarbetriebene Großanlage zur Meerwasserentsalzung dient als wichtiges Leuchtturmprojekt.

Redaktion 13.09.2019

Aus salzig wird süß

Siemens Österreich liefert Know-how zur weltweit ersten solarbetriebenen Großanlage zur Meerwasserentsalzung.

AL KHAFJI/WIEN. In Saudi-Arabien ist Süßwasser ein kostbares und rares Gut. Gleichzeitig steigt der Bedarf für die private Nutzung, die Landwirtschaft aber auch die Industrie rasant an. Um diesen zu decken, wird in dem Land, in dem große Teile Wüstengebiete sind, schon seit Langem Meerwasser entsalzt.

An der Küste des Persischen Golfs entstand ab 2016 eine Anlage mit einer Kapazität von 60.000 m³ Trinkwasser pro Tag, die künftig auf bis zu 90.000 m³ pro Tag erweitert werden kann. Die neue Anlage, die ein zweistufiges Umkehrosmoseverfahren verwendet, wird von einem nahegelegenen Solarkraftwerk mit einer Anschlussleistung von 20 MVA mit elektrischer Energie versorgt. Der Anlagenbetrieb ist auf die verfügbare Sonnenenergie abgestimmt, sodass für die Wassergewinnung ein möglichst großer Anteil an nachhaltiger Energie verwendet wird. Das führt nicht nur zu erheblichen CO2-Einsparungen, sondern auch zu niedrigeren Betriebskosten.
Die Spitzenleistung des Photovoltaik-Kraftwerks übertrifft den tatsächlichen Bedarf der Entsalzungsanlage, daher kann tagsüber die überschüssige Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Für die Elektro-, Automatisierungs- und Instrumentierungspakete wählte man die Siemens AG Österreich als Generalunternehmer. Nach der Auftragserteilung entwickelte Siemens Salzburg eine umfassende Lösung für die Elektro- und Automatisierungstechnik, zudem wurden acht Trafos aus Weiz geliefert. Das Gesamtgewicht der aus 37.000 Einzelteilen bestehenden Ausrüstung, die nach Al Khafji geliefert wurde, betrug 425 t.

Made in Austria

Da durch den Einsatz erneuerbarer Energien sowohl die Betriebskosten als auch die CO2-Emissionen gesenkt werden können, wird die Entsalzung zu einer zunehmend rentablen und nachhaltigen Methode.

Aufgrund des großen Erfolgs und der hohen Kundenzufriedenheit erteilte das Konsortium A3C (AWT, Rawafid, SETE und Al Fatah) Siemens den Auftrag, in Saudi-Arabien acht weitere Meerwasserentsalzungsanlagen mit elektrotechnischer Ausrüstung auszustatten, wobei alle Systeme innerhalb von elf Monaten betriebsbereit sein sollen. (pj)

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