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Digitale Anbahnung © Panthermedia.net/Microgen
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Redaktion 27.08.2021

Digitale Anbahnung

Kontaktscheu oder top-vernetzt? Österreichs Unternehmensseiten und CEOs auf LinkedIn.

Gastbeitrag ••• Von Ritchie Pettauer und Thomas Goiser

WIEN. Nach einer Erhebung zu Österreichs ATX prime-Unternehmen aus öffentlich zugänglichen Daten und deren Zusammenfassung Anfang August zu deren Präsenz auf digitalen Kommunikationskanälen wie LinkedIn zeigt sich folgendes Bild: Firmenprofile sind überall vorhanden, der Kommunikationskanal LinkedIn wird für Unternehmensinfos, Produktmeldungen, etc. genutzt. Rein nach Followern sind die Top 3 der Unternehmensprofile im ATX prime-Segment die OMV, Strabag und Andritz mit jeweils um die 170.000. Dahinter kann eine Reihe von Unternehmen – von Porr, über Uniqa, Do&Co, Telekom Austria, Lenzing und Palfinger – zwischen etwas unter 20.000 bis über 50.000 Follower vorweisen.

Oft werden allerdings von einem Unternehmen mehrere Pages betrieben (z.B. Holding plus Ländertöchter oder Holding plus Produktsegmente).
Diese Form der Präsenz auf LinkedIn gehört heute wohl zum Tagesgeschäft der Corporate Communications.

Der digitale CEO

Ganz anders stellt sich die Situation bei den CEOs dar. Ihre (Online-)Präsenz ist nicht nur für den Kapitalmarkt und die Marke des Unternehmens, sondern auch für Employer Branding und – nicht zuletzt – den persönlichen Marktwert relevant. Hier können wir aus den untersuchten Profilen unter den 37 ausgewerteten Personen (darunter 36 Männer) folgende Typologie ableiten:
• Neun sind „Kommunikatoren”, die über ein vollständiges Profil verfügen und entweder laufend Beiträge anderer User liken/kommentieren oder auch selbst aktiv posten. Gut vernetzte Beispiele: Thomas Arnoldner (A1 Telekom Aus­tria), Alfred Felder (Zumtobel), Bernd Spalt (Erste Group).
• Sechs Personen gehören der Gruppe der „Repräsentanten” an, die ein toll gestaltetes vollständiges Profil haben, das allerdings ohne laufende Aktivität betrieben wird.
• Elf Personen sind „Minimalisten”, die sich wohl mal registriert haben und dabei die wichtigsten Angaben gemacht haben (oft auch ohne Foto).

Die „Unsichtbaren”

Die verbleibenden elf sind „Unsichtbare” bzw. „Noch-nicht-Nutzer”. Sie haben – wohl bewusst – LinkedIn noch nicht in ihre persönliche Kommunikationsarbeit aufgenommen. Das kann neben persönlichen Präferenzen auch andere Gründe haben. Einerseits sind manche CEOs erst sehr kurz in dieser Funktion. Andererseits gibt es bei einigen Unternehmen, in denen die CEOs nicht so aktiv ist, andere Corporate Influencer – etwa Vorstandskollegen, Leiter der Kommunikation, etc. Damit ist der Kanal gut abgedeckt.

Ein weiterer Insight der Erhebung: Bei „Repräsentanten” und „Kommunikatoren” merkt man den Profilen auch professionelles Engagement und redaktionelle Unterstützung bzw. Beratung an; manche machen das transparent. Aus Beratersicht ist anzunehmen, dass ein „Aufstieg” vom Unsichtbaren oder Minimalisten in die Riege der Kommunikatoren innerhalb weniger Monate möglich ist. Dies wird natürlich durch die öffentliche Aufmerksamkeit, die man als CEO genießt, unterstützt.

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