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Ein Award als Motivator für unser aller Zukunft © Philipp Lipiarski
© Philipp Lipiarski

Redaktion 21.10.2022

Ein Award als Motivator für unser aller Zukunft

Der iab zeichnet Unternehmen aus, die sich den ESG-Zielen (Environment, Social, Governance) verpflichtet haben.

••• Von Dinko Fejzuli und Martina Berger

Gemeinsam mit der ESG-Initiative „Jetzt tun” und Der Standard zeichnete der iab, die größte Interessenvertretung der Digitalwirtschaft, heuer erstmals Unternehmen aus, die sich den ESG-Zielen (Environment, Social, Governance) verpflichten. Der Preis würdigt den konkreten Maßnahmen- und Umsetzungsplan zur Erreichung der ESG-Ziele für das kommende Jahr mit klar überprüfbaren Meilensteinen. Verliehen wurde der Preis im Rahmen des diesjährigen webAd.

Nachhaltige Ziele zählen

Als erster Sieger konnte die Agentur LimeSoda mit ihrem ganzheitlichen Verbesserungsansatz, dessen Nachhaltigkeitsziele auf den 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen basieren, überzeugen. Die Digitalagentur setzt konkrete Maßnahmen für die acht von ihr definierten, nachhaltigen Entwicklungsziele.

medianet bat aus gegebenem Anlass iab-Geschäftsführerin Ursula Gastinger zum Interview über den Award.


medianet:
Vergangene Woche vergab der iab im Rahmen des webAd auch erstmals einen Nachhaltigkeits-Preis. Um in der Werbesprache zu bleiben: Was ist der USP dieses iab-Awards?
Ursula Gastinger: Gemeinsam mit der ESG-Initiative ‚Jetzt tun' zeichnet das iab austria mit dem Nachhaltigkeits-Award künftige Projekte aus. Der Nachhaltigkeits-Award sticht aus allen anderen Kategorien des iab webAd heraus, weil wir hier keine Rückschau halten, sondern in die Zukunft blicken. Wir prämieren Firmen, die eine klar messbare Strategie in konkreten Schritten entwickeln, um in den kommenden zwölf Monaten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Der Award ist als Motivator konzipiert, der dazu anregen soll, sich mit den ESG-Zielen auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, wie man sie im eigenen Unternehmen implementieren kann. Das macht diesen Sonderpreis besonders spannend, weil es keine allgemeingültigen Regeln gibt, sondern jede Firma individuell Lösungen suchen muss, die zu ihrem Geschäftsmodell passen. Mit allen anderen Kategorien des wichtigsten Awards der Digitalwirtschaft hat er jedoch eines gemein: Er setzt eine Benchmark und soll die ganze Branche inspirieren.

medianet:
Der erste Preisträger ist LimeSoda mit einem ganzheitlichen Verbesserungsansatz, dessen Nachhaltigkeitsziele auf den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen basieren. Als Orientierung für anderen Agenturen: Warum war gerade LimeSodas Einreichung auszeichnungswürdig?
Gastinger: LimeSoda denkt Nachhaltigkeit weiter und hat auch Maßnahmen im Umgang mit seinen Mitarbeitern in seine Linie aufgenommen. Bei den ESG-Zielen nimmt soziale und gesellschaftliche Verantwortung einen hohen Stellenwert ein. Zudem werden auch vermeintlich kleine Schritte wie ein neues System zur Mülltrennung umgesetzt. Es sind genau diese vielen kleinen Veränderungen, die das große Ganze ergeben.

LimeSoda hat sich für acht realisierbare Punkte aus den ESG-Zielen entschieden, die Schritt für Schritt umgesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass das ganze Team abgeholt und in den Prozess integriert wurde. Es sind keine von oben herab deklinierten Managementziele, sondern eine gemeinschaftliche Entscheidung der ganzen Agentur, etwas zum Positiven zu verändern. Das ist ein wesentlicher Faktor für unternehmerisches Nachhaltigkeitsdenken, das nur dann funktionieren kann, wenn die ganze Organisation an Bord ist und sich zu den Zielen bekennt.


medianet:
Welche Einreichungen gab es sonst, und wie war der Response bei den Einreichungen generell?
Gastinger: Für das erste Mal stand Qualität statt Quantität im Vordergrund. Das Rennen zwischen LimeSoda, Teads und Refurbed war sehr knapp und für die Jury keine leichte Entscheidung, weil die Ansätze und Konzepte sehr unterschiedliche sind. Von vielen Firmen haben wir vernommen, dass sie noch nicht so weit seien mit ihren Konzepten, den Nachhaltigkeits-Award aber als ‚Weckruf' sehen, um sich mit konkreten Umsetzungsplänen auseinanderzusetzen. Die Botschaft ist angekommen!

medianet:
Wo das Thema Nachhaltigkeit ist, ist das Thema Greenwashing nicht weit: Wie grenzt man sich hier aus Ihrer Sicht ab?
Gastinger: Die Digitalwirtschaft trägt sehr viel zur Ressourcenschonung bei und ermöglicht es Unternehmen, klimafreundlich zu arbeiten oder täglich vielen Millionen Menschen, auf umweltfreundliche Mobilität zu setzen. Wir müssen uns aber auch gerechtfertigter Kritik stellen. Der Betrieb von Servern, Streaming, etc. ist energieintensiv und verursacht CO2-Emissionen.

Wie jede andere Branche auch, ist die Digitalwirtschaft gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Insbesondere in der Kommunikation haben wir eine Verantwortung, nicht nur unser eigenes Geschäft klimafreundlicher zu machen, sondern auch Geschäftspartner und Konsumenten zu sensibilisieren. Unternehmen der Digitalwirtschaft sind Innovationstreiber und haben als solche auch eine Vorbildwirkung, die wir ernst nehmen müssen. Um die Klimawende zu schaffen, ist jeder Beitrag wichtig. Wir wollen Lösungswege aufzeigen, die anderen Unternehmen Orientierung geben und die ganze Branche zum Diskurs anregen, was jeder in seinem Bereich noch besser machen kann.


medianet:
Generell gefragt: Die Themenpalette bei ESG ist sehr breit. Welche Parameter sind innerhalb dieses Dreiecks Environment, Social, Governance aus Ihrer Sicht besonders wichtig beziehungsweise wo kann Kommunikation besonders viel bewirken?
Gastinger: Kommunikation ist der wesentliche Faktor, um die Menschen zu informieren, begeistern und abzuholen. Im Digitalmarketing haben wir einzigartige Möglichkeiten, gemeinsam mit Auftraggebern Kampagnen zu entwickeln, die Menschen aktivieren und wirksam erreichen.

Der Vorteil der breiten Themenpalette liegt darin, dass sie alle unternehmerischen Bereiche abdeckt und ganzheitlich gedacht ist. Auf den Energiebedarf der Serverstruktur haben wir nur bedingt Einfluss. Aber wie wir täglich zur Arbeit fahren und wie unsere Arbeitsplätze hinsichtlich gesunder Arbeitsbedingungen gestaltet sind, können wir sehr leicht selbst beeinflussen und kurzfristig eine Veränderung auslösen.
Im Bereich der Corporate Citizenship kann jedes Unternehmen Strategien entwickeln, um gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Durch die Breite der ESG-Standards können konkrete Maßnahmen schnell umgesetzt werden. Der Name der Initiative ‚Jetzt tun' verrät ja schon, worum es geht: Wir müssen jetzt die richtigen Handlungen setzen und in Bewegung kommen!

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