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Goodbye plastic © ORF/Roman Zach-Kiesling

Regie-Duo Mirjam Unger und Harald Sicheritz waren für die Regie der am 16. September startenden 4. Staffel der „Vorstadtweiber” verantwortlich.

© ORF/Roman Zach-Kiesling

Regie-Duo Mirjam Unger und Harald Sicheritz waren für die Regie der am 16. September startenden 4. Staffel der „Vorstadtweiber” verantwortlich.

Redaktion 13.09.2019

Goodbye plastic

Regisseurin Mirjam Unger sprach mit medianet über die Vorstadtweiber, den ORF und „Green Production”.

••• Von Nadja Riahi

WIEN. Am 16. September ist es wieder so weit: Dann heißt es montags auf ORF 1 wieder „Fernseher an” für die „Vorstadtweiber” Maria Köstlinger, Nina Proll, Martina Ebm und Hilde Dalik. Zum Start der 4. Staffel der Erfolgsserie sprach medianet mit der Regisseurin Mirjam Unger, die für die letzten fünf Folgen der 4. Staffel und die ersten fünf der 5. Staffel verantwortlich ist.

Nach fiktionalen Produktionen für die große Leinwand (die Verfilmung des Romans „Maikäfer flieg” von Christine Nöstlinger) und Dokumentationen am TV-Screen (u.a. auch für den ORF) wurden ihr die „Vorstadtweiber” angeboten. „Am Anfang habe ich nur gedacht ‚Wow, Vorstadtweiber'. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl ‚Ich muss das machen'”, sagt Mirjam Unger.

Ein plastikflaschenfreier Set

Neben der Verantwortung gegenüber dem ORF für ihr erstes fiktionales Fernsehprojekt empfindet die Regisseurin auch eine Verantwortung gegenüber dem Planeten und der Umwelt. „Es arbeiten sehr viele junge Leute am Set. Da sind wir relativ schnell auf das Thema ‚Green Production' gekommen. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Müll am Set hinterlassen wird. Für jeden Schluck Wasser gefühlt eine neue Wasserflasche, für jeden Kaffee einen Pappbecher mit Plastikdeckel”, erzählt Unger. So war schnell klar: Es muss sich etwas ändern. Die Lösung: keine Plastikflaschen mehr am Set.

„Wir haben eine Unterschriftenliste durchgehen lassen und alle Beteiligten gefragt, ob sie damit einverstanden sind. Und siehe da: Plötzlich ging’s. Es war einerseits ein kleines Wunder und andererseits überraschend leicht, wie einfach es war, die eigene Flasche aus Stahl mit unserem guten Leitungswasser immer wieder aufzufüllen”, so Unger. Um den Stand der eingesparten Plastikflaschen zu dokumentieren, wurde eine Zahl am Cateringwagen angebracht. Pro Tag stieg sie an. Das Ergebnis: Am Ende des Drehs wurden rund 6.500 0,5 l Plastikflaschen eingespart.

Green Production als Aufgabe

„Es war sehr befriedigend. Bei den Kaffeebechern haben wir auch auf wiederverwendbare gesetzt. Das war allerdings schwieriger, da das mit dem Geschirrspüler und den Bechern nicht so funktioniert hat. Etwas zu verändern, kann leicht sein, aber es braucht viel Aufmerksamkeit. Ich muss das ähnlich planen wie einen Drehtag”, erklärt Unger.

Green Production sei eine Aufgabe, um die wir nicht herumkämen. Mirjam Unger hat sich in ihrer Rolle als Regisseurin für diese Aufgabe ausgesprochen. „Ich sehe das jetzt nicht als große Leistung, sondern eher als Selbstverständlichkeit.”
Auf die Frage, was die nächsten Schritte in einer noch nachhaltigeren Film- und Fernsehproduktion seien, antwortet Unger: „Überhaupt kein Plastik mehr zu verwenden. Es ist zum Beispiel so, dass die Süßigkeiten, die am Nachmittag verteilt werden, alle einzeln in kleinen Plastikschälchen verpackt sind. Da gibt es noch so viele Möglichkeiten – auch bei dem Thema Mode, das bei den Damen der Vorstadt ja sehr präsent ist. Wenn man beginnt, darüber nachzudenken und sich Fragen dazu zu stellen, merkt man, was alles noch möglich ist und getan werden sollte”, sagt die Regisseurin abschließend.

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