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Mit herausragender ­Aussicht über die Stadt © Alexander Eugen Koller
© Alexander Eugen Koller

Redaktion 15.11.2019

Mit herausragender ­Aussicht über die Stadt

Das MuseumsQuartier erweitert 2020 sein Areal mit der „MQ Libelle” – Direktor Christian Strasser im Interview.

••• Von Sascha Harold

Das MuseumsQuartier feiert 2021 sein 20-jähriges Bestehen. Mit mehr als 4,5 Mio. Besuchern pro Jahr hat es sich zu einer Wiener Institution entwickelt, die sich ständig neu erfindet. Als nächste Erweiterung des Areals soll 2020 mit der „MQ Libelle” ein neuer Raum am Dach des Leopold Museums entstehen. Direktor Christian Strasser spricht mit medianet über die Gründe für den Erfolg und die Zukunft des MuseumsQuartier.


medianet:
Das MuseumsQuartier ist, durch Hunderte Zeitungsartikel und Studien bewiesen, ein Riesenerfolg. Was ist der Grund dafür?
Christian Strasser: Das Schöne am MuseumsQuartier ist, dass sich alle zugehörig fühlen. Es ist nicht nur ein touristischer Hotspot, sondern ein Ort der Wienerinnen und Wiener, der Österreicherinnen und Österreicher. Es ist ihr Outdoor-Wohnzimmer geworden.

medianet:
Welche Besucher spricht das MuseumsQuartier auf diese Art und Weise an?
Strasser: Der Kunst und Kulturraum ist sehr bunt und dadurch ergeben sich viele unterschiedliche Publikumsschichten. Die Künstler, die hier wirken und leben, schaffen eine Atmosphäre. Mittlerweile zählen wir mehr als 4,5 Mio. Besucher. Wir haben neun große Kulturinstitutionen, bis zu 60 Kulturinitiativen, die hier arbeiten, darüber hinaus gibt es weiterhin Wohneinheiten – eine bunte Mischung.

medianet:
Dazu kommt noch das große Gastronomieangebot.
Strasser: Absolut. Hier muss die Qualität stimmen und es braucht einen guten Mix verschiedener Angebote.

medianet:
Was ist für die Zukunft geplant?
Strasser: Das Areal ist jetzt 18 Jahre alt und funktioniert gut. Aber es ist gut, dass wir jetzt eine räumliche Erweiterung machen. Am Dach des Leopold Museums gibt es noch einen Platz, wo wir einerseits für die Vermietung etwas Besonderes machen wollen, aber auch für das Publikum. Das wird einer der ­schönsten Aussichtsplätze Wiens.

medianet:
Gibt es dafür schon einen Namen?
Strasser: Libelle. Das war eine Idee von Laurids Ortner, der auch das MuseumsQuartier mitgeplant und -gebaut hat. Ich glaube, dass das ein architektonisches Juwel wird. Die Libelle ist bis ins letzte Detail durchdacht, und das spürt man. Es ist uns auch gelungen, mit Eva Schlegel und Brigitte Kowanz zwei der bedeutendsten noch lebenden Künstlerinnen zu gewinnen. Die Kombination aus hervorragender Kunst und Kultur und herausragender Architektur wird es zu etwas ganz Speziellem machen.

medianet: Wann wird mit der Eröffnung gerechnet?
Strasser: Wir planen die Eröffnung für April 2020. Ab dem Zeitpunkt steht es dann auch zur Verfügung.

medianet:
Wie groß soll die Libelle werden?
Strasser: Es sind 350 m² Innenfläche und eine Terrasse, die in etwa genauso groß ist. Das bedeutet ein Fassungsvermögen von etwa 200 bis 350 Gästen. Die Libelle kann für Abendveranstaltungen gemietet werden, aber natürlich auch für Pressekonferenzen oder untertags.

medianet:
Es geht also um einen Multifunktionsraum ohne fixes Programm.
Strasser: Genau. Es wird ein spezieller Platz sein, gerade auch wegen seiner Lage. Wir werden mit der Libelle einen leeren Raum haben, der bespielt werden kann. Das ist wirklich eine Einzigartigkeit, noch dazu mit einer herausragenden Aussicht.

medianet:
Kommen wir zum Geschäftsbereich. Neben Förderungen muss das MuseumsQuartier ja auch Gewinne erwirtschaften ...
Strasser: Wirtschaftlich zu sein, ist für uns ein großes Thema. Wir vermieten auch viele Räumlichkeiten, um möglichst wirtschaftlich zu sein. Bei der Libelle ist es so, dass wir ein Finanzierungsvolumen von 7,5 Mio. Euro haben. Die Hälfte davon konnten wir uns in den letzten Jahren, aufgrund günstiger Finanzierungsmodelle, ersparen. Für die andere Hälfte nehmen wir einen Kredit auf. Die dafür notwendigen Annuitäten refinanziere ich mir durch die Vermietung. Das heißt 50 Prozent des Finanzierungsvolumens müssen wieder erwirtschaftet werden. Das hat weder die Stadt Wien noch der Bund finanziert, das haben wir uns selbst erarbeitet.


medianet: Das MQ feiert bald sein 20-jähriges Jubiläum – wie fällt die Bilanz bisher aus?
Strasser: Ich scheue mich immer ein bisschen davor, das zu feiern, weil ich glaube, dass es nicht spannend ist, zurückzublicken. Wir sind ein dynamischer Platz und am Puls der Zeit. Für mich ist es spannender, zu überlegen, wie wir weiterhin attraktiv bleiben. Ich weiß daher gar nicht, ob wir das Jubiläum feiern werden, vielleicht mit einem anderen Spin.

medianet:
Welche Rolle spielen Kunst und Kultur für die Metropole Wien?
Strasser: Ich denke, Kunst und Kultur sind ein treibender Faktor und auch immer mehr ein Grund, in eine Stadt zu fahren. Als touristischer Faktor sind Kunst und Kultur unbestritten. Deshalb ist es auch wichtig, hier Geld zu investieren, genauso wie bei Bildung. Wien spielt hier in der Champions League – vom MuseumsQuartier, über die Hofburg bis hin zur Albertina. Wenn man sich eine verkehrstechnische Lösung dahingehend überlegt, könnte man das noch viel großzügiger bewerben. Wien ist die tollste Stadt der Welt.

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