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Von MIA, Wahldrucksorten und Hightech-Reisepässen © Foto Georg Wilke

Exporterfolge Helmut Lackner, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei (OeSD).

© Foto Georg Wilke

Exporterfolge Helmut Lackner, Geschäftsführer der Österreichischen Staatsdruckerei (OeSD).

Redaktion 14.12.2018

Von MIA, Wahldrucksorten und Hightech-Reisepässen

Die Österreichische Staatsdruckerei steigert Exportanteil, Umsatz, Mitarbeiterzahl und launcht innovative Produkte.

••• Von Paul Christian Jezek

Die langjährige Strate­gie der Österreichischen Staatsdrucke­rei (OeSD), sich als Dienstleister im Geschäftsfeld „sichere Identität” sowohl diesseits als auch jenseits der Grenzen zu positionieren, bewährt sich weiterhin.

„Wir entwickeln und produzieren Hochsicherheitsidentitätsdokumente wie Reisepässe mit Chip und biometrischen Sicherheitsmerkmalen, Scheckkartenführerscheine, Personalausweise und biometrische Aufenthaltstitel mit Chip sowie Scheckkartenzulassungsscheine”, erklärt Geschäftsführer Helmut Lackner im Gespräch mit medianet. „Innerhalb der vergangenen Jahre haben wir das globale Geschäft erfolgreich aufgebaut und bauen es permanent weiter aus. Summa summarum beliefern und betreuen wir Kunden in mehr als 60 Staaten auf fünf Kontinenten.”
Mit Produkten und Leistungen wie diesen kann die OeSD-Gruppe rund um den Globus punkten. Bereits Ende 2015 wurde das in dieser Form bis dato weltweit einzigartige digitale Ausweissystem MIA (My Iden­tity App) präsentiert und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

Begehrte Exportgüter

„MIA integriert alle Ausweisdokumente in einer App”, erläutert Lackner. Die Ausweise ­können auf dem Smartphone gezeigt werden, ohne dass persönliche Daten dort gespeichert werden.

Seitdem Identifizierungen und Legitimierungen mittels Video-Ident-Verfahren in Öster­reich ebenfalls rechtlich möglich sind, hat MICK (My Identity Check) weiter an Bedeutung gewonnen. Für den hochsicheren Video-­Intent-Service braucht es nur eine Internetverbindung sowie Computer, Tablet oder Smartphone mit Webcam. Während in Deutschland bereits Millionen von Girokonten auf diese Weise eröffnet wurden, können somit nun auch heimische Firmen und Institutionen von dieser Hochsicherheitslösung zur Identitätsfeststellung profitieren.

Safety first

In Österreich konnte das „Megapassjahr” 2017 mit Bravour gemeistert werden, in dem mehr als eine Million Reisepässe ausgestellt wurden.

Ein weiteres nationales Highlight war der Neuauftrag zur Herstellung von Wahldrucksorten für die Nationalratswahl im Oktober 2017. In enger Kooperation mit den österreichischen Behörden konnten Nachfrage­spitzen in hoher Qualität bei kurzer Auslieferungsfrist gehalten werden. „Außerdem haben wir die Produktion von Drucksorten für heimische Bundeswahlen bis 2022 gewonnen”, freut sich Lackner.
Auch hier gelten höchste Sicherheitsansprüche. „Persönliche Daten aus aller Welt, die z.B. auf dem Reisepass-Chip verarbeitet werden, befinden sich zur Personalisierung im sichersten Raum Österreichs ohne technische Verbindung nach außen und damit sicher vor Hackern”, erklärt Lackner. „Nach der Verarbeitung werden die Daten staatlich kontrolliert und sicher gelöscht.” Reisepässe z.B. werden von der Staatsdruckerei in mehr als 1.000 Einzelschritten produziert.
Gemeinsam mit der Grazer Bitcoin-Firma Coinfinity hat die OeSD heuer einen physischen Schlüsselspeicher für Blockchain-Systeme auf den Markt gebracht, der dem Diebstahl von Kryptowährungen vorbeugt. „Die sicherste Aufbewahrungsmetho­de besteht darin, Kryptowährungen offline aufzubewahren”, meint Lackner. Für diese Lösung – in der Fachsprache auch Cold-Storage genannt – wurde eine physische Karte mit speziellen Sicher­heitsmerkmalen entwickelt. Auf dieser „Card Wallet” sind sowohl Bitcoin-Adresse als auch der private Schlüssel aufgedruckt, der für Bitcoin-Transaktionen benötigt wird.

Blockchain-Schlüsselspeicher

Sobald das Sicherheitssiegel aufgebracht ist, lässt sich dieses nicht mehr ohne Nachweis ablösen. Lackner: „Der Kunde kann sicher sein, dass er während des Aufrubbelns der erste ist, der den Schlüssel zu Gesicht bekommt.” Um die Geheimhaltung zu gewährleisten, wird die Karte in einem in sich geschlossenen Sicherheitssystem produziert.

Künftige Anwendungsbereiche nach der ersten Soft-Launch-Phase werden sich nicht „nur” auf Kryptowährungen beschränken. „Diese Technologie kann dann auch zum Schutz der Provenienz von Kunstwerken oder dem Nachweis von Grundbucheinträgen eingesetzt werden”, beschließt Helmut Lackner das medianet-Interview.

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