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Was bringt die Zeit nach Corona? © Niklas Schnaubelt

Christoph Auböck, Head of Research ­Media1, und Sarah Schwarzinger, Junior Strategy & Business Innovation Manager Media­plus Austria.

© Niklas Schnaubelt

Christoph Auböck, Head of Research ­Media1, und Sarah Schwarzinger, Junior Strategy & Business Innovation Manager Media­plus Austria.

Redaktion 25.03.2022

Was bringt die Zeit nach Corona?

Die Studie „Generation Video Serie 3.0” gibt Aufschluss über Corona und die Folgen in puncto Mediennutzung.

Gastkommentar ••• Von Christoph Auböck und Sarah Schwarzinger

WIEN. Ausgehen, Freunde treffen, Party machen – die Corona-Krise setzte dem Freizeitverhalten vor allen junger Leute massive Limits.

Ein Blick in die Glaskugel

Das wirkte sich auch auf deren Medienkonsum aus, der während der Pandemie merklich zunahm. Doch was davon bleibt?

Der letzte Artikel der Generation Video-Serie gibt Aufschluss und blickt in die Zukunft. Wie sieht die Bewegtbildnutzung der jüngeren Generationen nach Corona aus? Welche Rolle spielt dabei noch klassisches TV? Die Studie „Generation Video 3.0”, die Mediaplus Austria und Media1 zum dritten Mal durchgeführt haben, gibt einen Ausblick. Dabei wird deutlich: Die Covid-19-Pandemie hat bei den 14- bis 22-Jährigen (Gen Z) wie auch bei der jüngeren Gen Y, den 23- bis 29-Jährigen, die Tendenzen verstärkt, die schon davor erkennbar waren. Und die gehen stark in Richtung ­Streaming, vor allem bei den Gen Z.

Fast jeder Zweite (46%) nutzt mehr Gratis-Angebote als vor Corona, 58% von ihnen haben den Konsum von kostenpflichtigem Streaming erhöht.  Die Mediatheken der TV-Sender profitieren hingegen nur leicht, jeweils 23% beider Altersgruppen schalten sie öfter als zuvor ein. Ähnlich sieht es bei TV aus: Zwar hat es bei einem guten Viertel der 14- bis 29-Jährigen an Beliebtheit gewonnen.

Weniger TV-Konsum der Gen Z

Demgegenüber stehen aber Abgänge insbesondere bei den Jüngeren: 18% der Gen Z sehen weniger klassisch fern als vor der Krise. Der Großteil der Befragten will sein aktuelles Mediennutzungsverhalten künftig beibehalten.

Der Vor-Corona-Trend setzt sich jedoch fort: Streaming wird tendenziell zunehmen, zumindest bei jedem fünften Gen Z, während in beiden Gruppen circa ein Fünftel die klassische Flimmerkiste (etwas) weniger einschalten will.

Das Fazit der Studie ist eindeutig: Die Digital Natives geben sich mit klassischem TV nicht mehr zufrieden. Zu viel und als nervig empfundene Werbung stört den Sehgenuss. Zugleich wird das TV-Angebot als zu wenig flexibel und limitiert in der Auswahl angesehen.

Gebührenzahler ade!

Entsprechend sinkt auch die Bereitschaft, weiter GIS-Gebühren zu bezahlen. Um sie zu sparen, können sich 68% der jüngeren Gen Y und 59% der Gen Z vorstellen, nur noch über das Internet fernzusehen oder zu streamen, was auch für die Media- und Kommunikationsbranche strategische Anpassungen erfordert.

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