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Road to Recovery © PwC Österreich

Peter Fischer, Real Estate Leader bei PwC Österreich, prophezeit all jenen Marktteilnehmern unruhiges Fahrwasser, die sich nicht um ESG und Digitalisierung scheren.

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Peter Fischer, Real Estate Leader bei PwC Österreich, prophezeit all jenen Marktteilnehmern unruhiges Fahrwasser, die sich nicht um ESG und Digitalisierung scheren.

Redaktion 03.12.2021

Road to Recovery

Die Immobilienbranche blickt laut PwC wieder optimistisch in die Zukunft – Emerging Trends in Real Estate, Europe 2022.

WIEN. In der Immobilienbranche herrscht wieder Optimismus, auch wenn die langfristige Perspektive angesichts radikaler Veränderung weiterhin von Unsicherheit geprägt ist. Dies ist eines der Kernergebnisse der Studie „Emerging Trends in Real Estate, Europe 2022 – Road to Recovery”, die das Beratungsunternehmen PwC gemeinsam mit dem Urban Land Institute (ULI) erstellt hat. Der jährliche Report beleuchtet die wichtigsten Branchentrends und bietet ein Ranking der attraktivsten Standorte für Immobilieninvestoren in Europa. Für die aktuelle 19. Ausgabe der Studie wurden 844 Entscheider von Immobilienfirmen, Investmentmanager und andere Branchenexperten in Europa befragt.

Das Vertrauen in die Immobilienbranche steigt laut Studie auf den höchsten Wert seit 2014. Diese Entwicklung spiegelt die Erleichterung wider, dass sich die Branche als krisenresilient erwiesen hat. Rund die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass das Geschäftsvertrauen (52%), die Profitabilität (49%) und die Anzahl der Mitarbeitenden in ihrem Unternehmen (53%) im Jahr 2022 steigen werden. Das sind jeweils mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Cyberangriffe und Inflation

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Erleichterung darüber, dass die Branche zu einer Art Normalität zurückgekehrt ist, die mittelfristigen Sorgen nur verschleiert. Nach den größten Unsicherheiten im Geschäftsumfeld für das kommende Jahr befragt, nennen Immobilienmanager das Thema Cybersicherheit (67%). Aber auch die Sorgen vor einer steigenden Inflation (59%) und Veränderungen bei den Zinssätzen (55%) treiben die Mehrheit der Befragten um.

Dazu kommen branchenspezifische Sorgen: Mit Blick auf 2022 sind dies in erster Linie die steigenden Baukosten bzw. die Verfügbarkeit von Ressourcen (88%). Außerdem lässt die Verfügbarkeit von passenden Grundstücken und Anlagen (66%) sowie das Thema Nachhaltigkeit und die Notwendigkeit zur Dekarbonisierung (61%) die Branche bangen.
„Die Immobilienbranche hat sich in der Pandemie als grundsätzlich stressresistent erwiesen. Das hängt auch damit zusammen, dass sie an lange Flauten gewöhnt ist. Auch der vorpandemische frische Wind hat die Branche soweit gut durch die Krise getragen”, sagt Peter Fischer, Real Estate Leader bei PwC Österreich, und führt aus: „Das wahre Ausmaß der Pandemie wird sich jedoch erst in naher Zukunft zeigen. Fest steht, für das kommende Jahr lauten die zentralen Herausforderungen der Marktteilnehmer ESG und Digitalisierung. Wer hier nicht umgehend den richtigen Kurs einschlägt, fährt in unruhige Gewässer.”

(Home) Office und Ranking

Über die Zukunft von Büroimmobilien herrscht kein Konsens unter den Befragten: Während viele nach wie vor fest an Bürostandorte in Top-Lagen glauben, gehen andere von einem unaufhaltsamen Nachfragerückgang nach Büroräumen aus. 85% sind der Meinung, dass der Trend zum Homeoffice weiter anhalten wird und Menschen vermehrt außerhalb des Büros arbeiten werden. 82% stimmen der Aussage zu, dass das Hauptquartier eines Unternehmens auch künftig eine wichtige Rolle spielen wird, um die Kultur einer Organisation zu prägen und Nachwuchstalente zu gewinnen.

Auch dieses Jahr wurden die Immobilienmanager zu den europäischen Standorten und dessen Attraktivität befragt sowie ein Ranking erstellt. Dabei definieren Investoren die Verfügbarkeit von Vermögenswerten sowie Möglichkeiten für neue Entwicklungen als wichtigste Kriterien bei der Auswahl einer Stadt. London liegt wieder an der Spitze. Der letztjährige Favorit, Berlin, rutscht auf den zweiten Platz, auf Platz drei ist auch heuer wieder Paris. Wien fliegt aus den Top Ten und belegt im Ranking Platz zwölf. (hk)

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