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Alpro: Aus der Nische in den Massenmarkt © Alpro
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Redaktion 02.07.2021

Alpro: Aus der Nische in den Massenmarkt

Mit einer neuen Produktlinie versucht Alpro, auch Milchliebhaber für pflanzliche Drinks zu begeistern.

••• Von Daniela Prugger

DÜSSELDORF. Immer mehr Menschen wollen pflanzliche Produkte in ihre Ernährung integrieren. Mit einer neue Generation pflanzlicher Drinks, die geschmacklich auch Milchliebhaber ansprechen, möchte Marktführer Alpro nicht nur sein Sortiment vergrößern, sondern eine nachhaltigere Ernährung und eine gesunde Gesellschaft fördern, erklärt Alexandra Stell, Brand Marketing Managerin D-A-CH bei Alpro, im Interview.

medianet: Ein Großteil der Bevölkerung weiß heute, dass es pflanzliche Produkte gibt. Inwiefern hat sich Ihre Zielgruppe mittlerweile verändert?
Alexandra Stell: Pflanzliche Drinks und Milchalternativen bewegen sich aus der Nische in den Massenmarkt. Früher haben Verbraucherinnen und Verbraucher eher aus Gesundheitsgründen, wie z.B. einer Laktoseintoleranz, zu pflanzlichen Produkten gegriffen. Heute geht es vielmehr um Geschmack, Vielfalt und Lifestyle – die Verwenderinnen und Verwender von Alpro-Produkten ziehen sich dabei grundsätzlich durch alle Altersgruppen. Oft spielen ethische und ökologische Gründe eine Rolle; die Entwicklung zeigt das anhaltende Wachstum.

medianet:
Welchen Marktanteil hat Alpro in Österreich derzeit?
Stell: Der Markt für pflanzliche Drinks und Milchalternativen wächst seit Jahren, zwischen den Jahren 2014 und 2018 hat sich das Wachstum fast verdoppelt, im Jahr 2020 waren es in Österreich sogar um 35,4 Prozent. Alpro ist hierzulande mit 36 Prozent Marktanteil marktführend in der Kategorie der pflanzlichen Milchalternativen. In allen drei DACH-Ländern gehören unsere ‚Alpro Mandeldrink ohne Zucker' und unsere Alpro Soja-Joghurtalternative ‚Natur ohne Zucker' zu den Topsellern.

medianet:
Welchen Stellenwert werden pflanzliche Produkte in einem Land wie Österreich in den kommenden Jahren einnehmen?
Stell: Dass eine Umstellung auf bevorzugt pflanzliches Essen ein wesentlicher Bestandteil der Lösung für die globale Klimakrise sein kann, zeigt auch das steigende Bewusstsein bei internationalen Organisationen wie beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation, den Experten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und politischen Entscheidungsträger. Das Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln wird immer vielfältiger und hochwertiger. Wir möchten allen Konsumenten den Schritt zu einer pflanzenbetonten Ernährung erleichtern und ihnen Vielfalt bieten, bestehend aus ausgewogenen und schmackhaften Nahrungsmitteln, die nachhaltig angebaut, hergestellt und bezogen werden.

medianet:
Wird es den pflanzlichen Produkten gelingen, die Tiererzeugnisse zu ersetzen und sie nicht lediglich zu ergänzen?
Stell: Die Offenheit für pflanzliche Produkte steigt immer weiter. Und jeder erste Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es geht dabei gar nicht darum, sich komplett vegan oder vegetarisch zu ernähren. Es geht vielmehr um die Vielfalt im Regal und geschmackliche Abwechslung und die Möglichkeit, ganz nach dem eigenen Gusto Produkte auszuwählen, egal ob pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Wenn wir uns überwiegend pflanzenbetont ernähren, ist schon viel gewonnen. Gerade die nachwachsende Generation legt großen Wert auf eine nachhaltige Ernährung, die den Planeten schützt. Das wird sich langfristig auch auf die Auswahl an pflanzlichen Produkten und Anbietern auswirken.

 

medianet: Wie regional sind denn die Alpro-Produkte?
Stell: Unsere Produkte werden in Europa produziert. Wir beziehen unsere Sojabohnen größtenteils von europäischen Vertragsbauern, die restlichen stammen aus Kanada und werden per Schiff direkt zum Werk transportiert; wir verwenden dabei ausschließlich gentechnikfreie, ProTerra-zertifizierte Bohnen, für die kein Regenwald gerodet wird. Alle Lieferanten müssen zudem den Alpro-Verhaltenskodex unterzeichnen, mit dem sie sich verpflichten, die von Alpro vorgegebenen Richtlinien einzuhalten. Unseren Hafer beziehen wir zu 100 Prozent aus Europa. Die Mandeln stammen ausschließlich aus dem Mittelmeerraum und werden zum Großteil auf natürliche Weise durch Regenwasser bewässert und weitgehend von Insekten wie Wildbienen natürlich bestäubt.

medianet:
Was ist das Besondere an den ‚Not M*lk Drinks Pflanzlich', die Alpro vor Kurzem gelauncht hat?
Stell: Unsere neuen ‚Not M*lk Drinks Pflanzlich' sind eine echte Innovation im Bereich der pflanzlichen Drinks. Sie bestehen aus Hafer-Basis mit Erbsenprotein und lassen sich wie Milch verwenden, sind jedoch ganz eindeutig keine Milch; darauf weist schon der Name hin. ‚Not M*lk Pflanzlich' deckt jedoch jeden Milchmoment ab – ob pur, mit Müsli, im Kaffee oder zum Backen und Kochen. Die Drinks könnten geschmacklich somit auch Milchliebhaber ansprechen und bieten damit einen weiteren Grund, auf pflanzliche Alternativen umzusteigen. Es stehen zwei Drinks zur Auswahl: Die Variante ‚Pflanzlich & Voll' mit 3,5 Prozent Fett ist besonders voll und cremig im Geschmack, die Variante ‚Pflanzlich & Fettarm' mit 1,8 Prozent Fett schmeckt leicht und mild.

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