Auf Sparflamme
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Nach Gerüchten zur Einstellung verkündete Ministerin Schramböck (Bild), die Plattform werde „umgebaut, nicht eingestellt”. Verantwortlich zeichnet die Förderstelle aws.
RETAIL Redaktion 12.02.2021

Auf Sparflamme

Das „Kaufhaus Österreich” wird auf eine reine Händlerplattform ohne Suchfunktion reduziert.

WIEN. Ende November 2020 wurde das „Kaufhaus Österreich” vorgestellt und sorgte sogleich für ein großes Medienecho – in Form eines tagelangen Shitstorms: Als „völlig neue E-Commerce-Plattform” angekündigt, entpuppte sich das Vorzeigeprojekt von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck mangels praktischem Nutzen und aufgrund seiner dysfunktionalen Suchfunktion als Rohrkrepierer.

Nun zog die Wirtschaftskammer die Reißleine – und sich als Co-Inhaber der Internetpräsenz zurück. Fortan wird die Seite von der staatlichen Förderstelle Austria Wirtschaftsservice (aws) betrieben. Diese wurde auch mit einer Adaptierung beauftragt: Ministerin Schramböck kündigte an, dass die Seite zu einer Plattform für Unternehmer umgestaltet werde; die vielgescholtene Suchfunktion ist hiermit passé.


Digitale Einstiegshilfe

Nicht Konsumenten, sondern Firmen, die ihre Onlinepräsenz ausbauen wollen, sollen sich künftig auf kaufhaus-oesterreich.at orientieren: „Primäre Intention des ‚Kaufhaus Österreich' war und ist es dabei, österreichische Unternehmen und vor allem die vielen KMU bei ihren E-Commerce-Aktivitäten bzw. beim Einstieg in E-Commerce zu unterstützen”, erklärt Schramböck.

Erstmals hat das Wirtschaftsministerium nun auch die Kosten für das „Kaufhaus Österreich” genau aufgedröselt – in Summe kostete das Projekt über 1 Mio. €. Bis zum Launch seien Technikkosten im Umfang von über 603.000 € angefallen. Der Rest entfällt u.a. auf Aktivitäten wie eine KMU-Umfrage, Webinare und Videoclips sowie Technik- und Wartungskosten. (red)

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